9. Jänner 2019

Der Lebensfreude auf der Spur

 

In diesem Beitrag möchte ich euch, liebe Leserinnen und Leser mit ein paar Hintergründen zur Lebensfreude beglücken. Wie heutzutage üblich, habe ich mich dabei auf online-Recherche begeben und bin auf Daten gestoßen, die mich in einer Sache bestärkt haben, der Lebensfreude auf den Grund zu gehen und mich ihrer anzunehmen.

 

Mein Fazit:
Wir müssen für sie kämpfen - sie darf uns nicht verloren gehen.

 

Meine 1. Station wikipedia: Lebensfreude wird demnach definiert als das subjektive Empfinden der Freude am eigenen Leben. In der Literatur findet sich der Begriff oftmals kombiniert mit weiteren erstrebenswerten positiven Attributen, wie Selbstbewusstsein, Vitalität, Optimismus, Kreativität und Glücklichsein. Lebensfreude wird als das Gegenteil von Anhedonie und Depression beschrieben, oder als das, was der Mensch anstrebt, will er eigene Depressionen überwinden.

 

Meine 2. Station google: Wer in das Suchfeld den Begriff Lebensfreude schreibt, erhält automatische Suchvorschläge entsprechend jenen Suchbegriffen, die Internet-UserInnen am häufigsten dazu eingeben

 

lebensfreude wiederfinden

fehlende lebensfreude

lebensfreude steigern

 

Soooo viele Menschen sind demnach auf der Suche nach Lebensfreude, haben sie verloren oder möchten mehr davon!

 

Meine Hoffnung:
Helfen wir zusammen und teilen wir unsere Lebensfreude mit Menschen, die sie brauchen.

 

Statt den unzähligen Tipps, Ratschlägen, Erklärungen und Weisheiten in 9 100 000 google-Ergebnissen finde ich allerdings die 10 Schritte zur psychischen Gesundheit von pro mente OÖ am hilfreichsten.

 

SICH SELBST ANNEHMEN  –  ÜBER PROBLEME UND SORGEN REDEN  –  AKTIV BLEIBEN  –  NEUES LERNEN  –  MIT FREUNDEN IN KONTAKT BLEIBEN  –  ETWAS KREATIVES TUN  –  SICH BETEILIGEN  –  UM HILFE FRAGEN  –  SICH ENTSPANNEN  –  SICH NICHT AUFGEBEN

 

Aber mal sehen, was die Community dazu sagt, wie man sich die Lebensfreude bewahren kann, wie sie sich wieder aktivieren lässt und was jede einzelne, jeder einzelne so für ein Geheimnis hat?


Vielleicht finde ich da noch neue Anhaltspunkte ->  click einfach hier und komm mit

 

10. Dezember 2018

Wenn ein Schwein in deiner Manteltasche stöbert

„Es ist ja nicht mehr lange bis Weihnachten“, leicht aufgeregte Stimmung herrscht unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von pro mente OÖ aus Steyr, als wir uns Ende November aufmachen, um heuer einmal so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Und - zweifellos könnte es keinen besseren Tag geben, dieses Vorhaben anzugehen. Das Wetter perfekt, die Landschaft frisch verschneit, der Schnee glitzert in der kalten Morgenluft.
18 Klientinnen und Klienten – ein bunter Strauß unterschiedlichster Persönlichkeiten, die es im Leben nicht immer leicht haben bzw. hatten, sehen wir glücklich und dankbar über dieses besondere Angebot von pro mente OÖ, beim Weihnachtskurzurlaub in Salzburg dabei zu sein.
Der erste Weg führt uns zu der berühmten „Stille Nacht Kapelle“ in Oberndorf. Zugegeben, es macht sich schon eine gewisse Ehrfurcht breit – beim Betreten der kleines Gedächtniskapelle, in der vor 200 Jahren, am 24.12.1818 das erste Mal „Stille Nacht“ aufgeführt wurde.


Beim abendlichen Besuch des berühmten Christkindlmarktes in der Salzburger Altstadt tauchen wir ein in ein festliches Lichtermeer und der Duft von Lebkuchen, Punsch und anderen Leckereien liegt in der Luft.

Im Hintergrund ein kleiner Weihnachtschor, dem ein paar Klienten spontan einstimmen.

 

Am zweiten Tag - wieder blitzblauer Himmel und verschneite Winterlandschaft.

Der perfekte Rahmen für einen Besuch auf Gut Aiderbichl, worauf sich alle schon so gefreut hatten. Der Hof ist festlich geschmückt, die Bäume rundherum mit roten Weihnachtskugeln. Freilaufende Esel, Schweine und Ziegen sorgen für heitere Stimmung unter der Reisegruppe. Die Tiere holen sich Streicheleinheiten und nutzen die Gelegenheit, um heimlich ihre Nasen in fremde Taschen zu stecken und nach Leckereien zu suchen.

Vor der Heimreise geht es noch zum Kunsthandwerksmarkt im Schloss Hellbrunn und nach einem gemeinsamen Mittagessen nach Hause zurück.

 

Die Stimmung ist wundervoll. Strahlende Augen hier, ein verschmitztes Lächeln dort, zufrieden und müde vom Erlebten - dankbar für diese schöne Zeit.
Neben den positiven Emotionen, die unsere Klientinnen und Klienten überkommen, sind auch wir gerührt, unsere Reisegruppe so gelöst und entspannt zu erleben - weg von den Sorgen des Alltags.

3. Dezember 2018

Selbstgestricktes für die kleinen ErdenbürgerInnen

Auf dem Tisch liegen Scheren, bunte Wollknäuel und geringelte Stricksocken zwischen Kaffeehäferln durcheinander.

 

So sieht es aus an einem Montagnachmittag im Treffpunkt Kirchdorf. Ein paar gesellige Damen rund um Kathi Lechner haben es sich im Gruppenraum gemütlich gemacht. Drinnen geht‘s lustig zu. Plaudern und Gelächter kommen einem schon am Gang entgegen. Dennoch sind alle voll konzentriert am Werken ;-) Dass die Stricknadeln so um die Wette klicken und nur ja keine Masche verloren geht.

„Es ist nicht, dass wir die Männer ausschließen wollen, aber mit der Handarbeit haben sie doch nicht so viel Freude,“ plaudert Kathi Lechner aus dem Nähkästchen und die Mitstrickerinnen nicken zustimmend.

„Mir ist es wichtig, dass die Leut‘, die zum Treff kommen, Freude haben. Das macht auch mir Freude und motiviert mich auch. Außerdem ist es so schön, einen Fixpunkt in der Woche zu haben, an dem was los ist.

Und beim Stricken kann man sich auch vieles von der Seele reden. Das erleichtert ungemein und man geht wieder gestärkt nach Hause."

Kathi Lechner ist vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen nach Kirchdorf gekommen. Ein Arzt hat sie motiviert, sich etwas zu suchen, das ihr Freude macht. Und was soll man sagen, seit 2009 leitet Kathi die Handarbeitsgruppe.

Und was strickt ihr eigentlich?

„Ein bisschen was für den Eigenbedarf, aber zum Großteil sind es Willkommenspackerl für die Geburtenabteilung des LKH Kirchdorf.“

Dann greift Kathi in den Strickkorb und zaubert unzählige kleine Hauberl, Fausterl und Patscherl heraus. Mittlerweile sind es an die 350 Stück pro Jahr, die den Müttern und ihrem Nachwuchs im LKH übergeben werden.

19. November 2018

In seinem Leben gibt die Gitarre den Ton an

Es ist einer der wunderschönen Sonnentage im Herbst, als wir uns zu einem spontanen Fotoshooting mit Stefan Habersack treffen, der in Schönau im Mühlkreis lebt und Musik macht.

38 Jahre ist er heuer geworden. Als er hörte, dass ich auf der Suche bin nach Menschen, die Lebensfreude in sich tragen, hat er sich spontan gemeldet, um seine Geschichte zu erzählen.

Aber das mit der Lust am Leben war nicht immer so.

Als Stefan mit 19 zum Bundesheer kam, wurden erste Anzeichen seiner psychischen Erkrankung deutlich. „Weißt du“, sagt er zu mir, „ die Diagnose Paranoide Schizophrenie, das ist nichts, was man einfach so wegsteckt.“

Es folgten lange Jahre in Kliniken, auf der Suche nach einer geeigneten Behandlung und Medizin.

Im Nachhinein, ist Stefan überzeugt, ist es die Musik gewesen, die bei ihm den Durchbruch in der Genesung bewirkt hat. Sie hat ihm geholfen, seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft wiederzufinden.

Notwehr heißt übrigens die Band, mit der Stefan in seiner Jugend aktiv war und deren Namen er nachher noch fortführte. Nach einer musikalischen Zwangspause startete er 2010 wieder voll durch und brachte in dem Jahr und dann 2013 und 2016 je ein Album heraus - mit der Unterstützung von Werner Edlauer, der mit Stefan im Tonstudio war und seinem Schützling zur Seite gestanden ist, dass er seinen Traum von und mit der Musik leben kann.

 

Heute besinnt sich der Rocker aber ganz auf sich selbst und seine Gitarre - ein wahre Männerfreundschaft eben!

 

Stefan Habersack wohnt nach Jahren in der pro mente OÖ Wohngemeinschaft Grubmühle seit 2015 allein in einer betreuten Wohnung. „Die Jahre bei pro mente OÖ haben mich stark gemacht. Sie haben mir sehr geholfen, mit meiner Erkrankung umzugehen. Lebensfreude, die habe ich jetzt wiedergefunden. Und ich bin auch reifer geworden.“ Was er sich für die Zukunft vornimmt und wünscht, „dass ich trotz meiner Erkrankung noch das Beste aus mir, meinem Potenzial und meinem Leben machen kann.“

22. Oktober 2018

Eine Geschichte, die nicht nur durch den Magen geht

Beim letzten Spiel des Vorwärts Steyr in der Vorjahres-Saison, bedankte sich der Kapitän nach dem Spiel mit Mikro vor der Fantribüne und vor laufender Kamera des lokales Fernsehens ...

... bei einem ganz besonderen Menschen.

Nein, er ist kein Torschützenjäger, Trainer oder Spielerkollege. Er ist der Mann, der die besten Apfelstrudel für die Mannschaft bäckt:

 

Unser Karl Heinz Hauer!

 

 

Und wer ist dieser Star am grünen Rasen, den die Mannschaft unter dem Jubel der Zuschauermenge mehrmals in die Luft wirft - so ganz privat?

Karl Heinz Hauer, genannt Hauy, Vater von vier Kindern, stammt aus Steyr und ist leidenschaftlicher Fussballfan - eigentlich schon immer. Was Hauy ebenfalls schon Zeit seines Lebens begleitet, ist seine psychische Erkrankung - er leidet an Depressionen.

Bei Vorwärts Steyr ist er Platzwart und Stadion-Betreuer - der Mann für alles, quasi. Zusätzlich ist er noch Mannschaftsbetreuer der Kampfmannschaft und ebnet den Spielern die Wege ins Stadion, schirmt sie von allzu neugierigen Fans ab, sorgt für das leibliche Wohl und auch die passenden Schuhbänder. Auch bei Trainingslagern ist er mittlerweile immer mit dabei.

Nicht nur wegen der Strudel ist Hauy unverzichtbar geworden.

Er ist wichtiger Teil des Teams und alle wissen von seinen psychischen Problemen. Er ist im Rahmen der integrativen Beschäftigung bei pro mente OÖ tätig und froh darüber. Froh, trotz seiner Erkrankung ganz selbstverständlich dabei sein zu können.