27. September 2019

Lebensfreude – oder wenn Erinnerungen plötzlich auf einem Moped daherkommen

Seit ich vor ungefähr einem Jahr mit liebedasleben begonnen habe, erreichten mich viele Geschichten und Berichte von Menschen, die von Lebensfreude erzählen. An manche erinnere ich mich im Detail, denn sie haben mein Herz berührt.

Eine dieser ganz besonderen Geschichten hat eine Mitarbeiterin der mobilen Hilfe formuliert. Sie betreut Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Nicht an einem fixen Standort, wie das etwa bei Wohneinrichtungen oder an Arbeitstrainingszentren der Fall ist, sondern sie sucht diese Menschen regelmäßig zuhause auf und hilft, wo Hilfe nötig ist, sie gibt Halt und Sicherheit. Oftmals ist sie ein Anker im und zum Leben. Zu einem normalen Leben, an dem die Teilnahme aufgrund der gesundheitlichen Einschränkung nicht so einfach möglich ist.

Und immer kommt auch so etwas auf wie Lebensfreude – auf beiden Seiten.

 

Dazu gibt sie uns ein Beispiel aus ihrem Alltag:

„Was für mich als mobile Betreuerin durchaus als ein in kleinen Schritten erarbeiteter Erfolg zu sehen ist, mag sich für den „erfolgreichen“ Klienten zuerst eher wie eine sogar lästige und leicht beängstigende Irritation der gewohnten Routine anfühlen. Für einen von außen Beobachtenden mag es sogar nach gar nichts Bemerkenswertem ausschauen, mehr so wie: „Aha, die gehen spazieren!“

 

Wenn Herr F. das Haus seit mehreren Wochen nicht verlassen hat, einerseits weil er sich nicht der Angst aussetzen will, das Gas angelassen oder nicht zugesperrt zu haben, andererseits weil starkes Übergewicht ihm das Gehen und jede Bewegung schwer macht ... und wenn er dann in einem ersten Schritt nur mal für fünf Minuten mit mir vor die Tür geht und dann in einem zweiten, dritten und vierten Schritt eine Runde um das Haus geht und dabei ein paar Blumen pflückt ... und wenn er schließlich irgendwann in mein Auto steigt, nachdem er sich selbst 10mal vergewissert hat, dass er zugesperrt und alles abgedreht hat UND mich dafür auch als Zeuge nutzen kann, um dann mit mir zwei Kilometer zu einem kleinen See zu fahren, wo er seit 20 Jahren nicht mehr gewesen ist ..., dann schaut das für den uns beobachtenden Spaziergänger am Seeuferweg nicht nach viel aus.
Zumal Herr F. sich am See angekommen auch nicht überwinden kann, aus dem Auto auszusteigen, lieber vom Auto aus die Landschaft bewundern will und schon wieder überlegt, ob er auch daheim wirklich abgeschlossen hat.


Bis wir dann an Motorrädern, die da am Parkplatz stehen, vorbeifahren und Herr F. plötzlich um einen Halt bittet, weil er sich die Motorräder genauer anschauen möchte - zwar vom Auto aus, aber sehr interessiert!
Und dabei beginnt er zu erzählen von dem Moped, mit dem er früher viel herumgefahren ist und wo er damit überall war. Er teilt Erinnerungen mit mir, lacht und freut sich.
Und es stellt sich heraus: er kennt sich aus mit Motorrädern!


Wenn Herr F. dann wieder freudestrahlend bei sich zuhause durch die Tür tritt mit dem Gefühl, etwas ziemlich Abenteuerliches ganz gut überstanden und tolle Motorräder gesehen zu haben, dann war das ein sehr erfolgreicher Klientenbesuch! Für Klient und Betreuerin! Und ein Besuch, der auch eine Riesenportion Freude ins Leben gebracht hat.“

22. August 2019

Das Clubhaus  - Chillzone, Partylocation oder …? Ein Ort, der Menschen eine Zukunft gibt.

Nach dem international anerkannten Clubhausmodell werden in einem Clubhaus psychosozial beeinträchtigte Frauen und Männer unterstützt, ihre Gesundheit zu stabilisieren und wieder an der Gesellschaft teilzunehmen.

Von pro mente OÖ gibt es die Clubhaus-Standorte Linz, Wels, Steyr und Vöcklabruck.
Aus Steyr hat mir Heike diese Fotos von Unternehmungen der letzten Wochen zukommen lassen, weil wir beide finden, dass sie für liebedasleben maßgeschneidert sind ;-)  Danke Heike!

Was tut sich in einem Clubhaus so?
Im Clubhaus werden alle anfallenden Arbeiten von den Mitgliedern, also Menschen, die schon Erfahrung mit psychiatrischen Einrichtungen hatten, sowie von den vor Ort tätigen MitarbeiterInnen gemeinsam und gleichberechtigt erledigt. Durch die anfallenden vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgaben wird garantiert, dass sich alle Mitglieder nach ihren jeweiligen Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen können.
Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Freiwilligkeit sind zentrale Werte des Clubhausmodells. So werden alle grundlegenden Entscheidungen konsensorientiert getroffen. Jedes Mitglied entscheidet selbst, wie oft, wann und wie lange es kommen möchte. Das Clubhaus ist ein Ort der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Die Mitglieder bekommen aber auch persönliche Unterstützung bei verschiedenen Anliegen.

Die geregelten Abläufe des Clubhauses in Form eines strukturierten Tages unterstützen die Mitglieder, der Isolation ihres Umfeldes zu entkommen – bevor ihnen zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Außerdem trägt das Umfeld des Clubhauses erheblich dazu bei, wieder Selbstvertrauen zu gewinnen - denn in jedem Menschen steckt schließlich etwas Besonderes, das ihn ausmacht ;-)
Das Clubhaus ist auch mit relevanten Personen und Organisationen im sozialen Umfeld vernetzt. Es kooperiert mit Unternehmen und bietet Arbeitsversuche auf Übergangsarbeitsplätzen an.

 

Wann geht‘s denn morgens los?
Im Clubhaus pro people Linz etwa beginnt jeder Tag um 8:30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Nach der Morgenbesprechung dann das gemeinsame Arbeiten in den Arbeitsgruppen.


Und was macht man im Clubhaus so den ganzen Tag?
In der Küchengruppe etwa dreht sich alles um das Vorbereiten des gemeinsamen Mittagessens, den Kaffeedienst und die rundherum anfallenden Arbeiten, die als Hausmann und Hausfrau auch daheim erledigt werden müssen.
Die Bürogruppe kümmert sich um alle großen und kleinen Büroarbeiten - wie in einer Firma. Da geht es um die Post, die Tagesstatistik, Wochenpläne, Geburtstagskarten, Telefondienst, die Mitgliederorganisation oder den Einkauf von Büromaterialien. Im Clubhaus Linz gehört auch die redaktionelle Arbeit im Rahmen der Clubhaus-Zeitung dazu.

 

Wie ihr anhand der Fotos seht, gibt es aber immer wieder auch besondere Aktivitäten. Ausflüge, wie etwa zum Schiederweiher und in den Tierpark Grünau oder eine Vernissage im Clubhaus. Dann stehen auch regelmäßig Treffen mit befreundeten Einrichtungen auf dem Plan, Einiges an Kreativität und viel Entspannendes.

 
Mit einem Wort - Lebensfreude!

Für nähere Informationen schau doch mal rein beim Clubhaus, zum Beispiel dem pro people in Linz unter www.clubhaus-propeople.at
Wenn du das Clubhaus mit deiner Spende unterstützen möchtest, dann kannst du das direkt hier machen oder über das Spendenkonto von pro mente OÖ: AT13 2032 0321 0016 7563 (Verwendungszweck: Clubhaus)

Danke!

13.Juni 2019

Wenn aus Abenteuern im Kopf echte Erlebnisse werden – mit Christopher unterwegs zu neuen Ufern

Christopher ist ein junger Mann aus dem Mühlviertel. Er wohnt bei seinen Eltern und besucht regelmäßig ein Angebot von pro mente OÖ in Bad Zell. Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Entwicklungsorientierungsprogrammes hat er die Möglichkeit, viele Dinge auszuprobieren. Kegelscheiben, Baden, Ausflüge, gesunde Smoothies zubereiten oder gemeinsam einen Film schauen, wenn das Wetter nicht so passt.

 

Manchmal ist Christopher aber sauer und wütend, weil er gewisse Dinge aufgrund seiner Lebensgeschichte und seiner Erkrankung nicht machen kann.

So wird er nie einen Führerschein haben, ihm fehlt auch der gesellschaftliche Anschluss im Ort, ... Freunde.
Es gibt nur wenig, was ihm richtig Freude macht.

 

Eigentlich ist es ganz „normal“, sich an Tagen wie diesen zwecks Abkühlung an ein Gewässer zu begeben und ein paar Runden zu schwimmen. Für andere – wie für Christopher - ist es aber etwas ganz Besonderes.

Es war an einem Tag wie heute, bei strahlendem Sonnenschein, eine Hitzewelle über dem Mühlviertel.

Schon öfter war Christopher mit einer Gruppe der Tagesstruktur pro mente OÖ in Bad Zell zum Baden gegangen. Für Christopher endete der Ausflug allerdings meist am Ufer, da er es selbst nicht ins Wasser schaffte. Trotz seiner mobilen Einschränkung hat Christopher den fast einen Kilometer langen Fußmarsch auf sich genommen, bis die Gruppe eine geeignete Stelle entlang der Aist fand. Während die anderen sich freudig plantschend abkühlten, blieb ihm aber nur, sich das Wasser aus Wasserflaschen über den Kopf laufen zu lassen. Ziemlich deprimierend für den jungen Mann.

Irgendwann hatte er es satt, immer nur zuzusehen.

Es stand wieder einmal ein Badenachmittag auf dem Programm, diesesmal an einem wunderschönen Badesee, Schwimmwesten konnten glücklicherweise organisiert werden.

Hier war es auch für Christopher möglich sich abzukühlen.

 

Anfangs etwas zaghaft, aber zunehmend mutiger bewegte sich Christopher am Ufer entlang langsam hin und her. Ein neues Element – Wasser.
Christopher musste es erst kennenlernen. Darauf vertrauen, sich fallen zu lassen, tragen zu lassen. Auf dem Wasser liegen, entspannen und jede Beschwerlichkeit am Ufer zurücklassen.

Mit Unterstützung der Betreuerinnen schaffte er es, sich auf die neue Situation einlassen. Gemeinsam sind sie ein Stück geschwommen, Christopher schloss die Augen und lächelte.

 

Nie im Leben hatte er gedacht, dass er sich auch trauen würde, weiter weg vom Ufer zu dem Holzplateau in der Mitte des Gewässers zu schwimmen. Aber am Ende – siehe da – Christopher frei schwimmend und glücklich strahlend  - angekommen an der Holzinsel.

„Ich bin noch nie wo geschwommen, wo die Beine den Boden nicht berührt haben“ – ein einfacher Satz. Aus dem Mund von Christopher war er für das Team von pro mente OÖ eine emotionale Situation und alle waren glücklich und berührt, diesen großen Moment miterleben zu dürfen.

 

Vielen herzlichen Dank an Birgit, die für pro mente OÖ in Bad Zell tätig ist und für uns in Text und Bildern festgehalten hat, als Christopher seine ersten Schwimmversuche unternahm.

3. Juni 2019

Carina Prammer und ihr bicycle-race für einen guten Zweck

Carina Prammer, eine junge Frau mit oberösterreichischen Wurzeln hat sich selbst eine besondere Challenge gestellt.

Am 30.Juni geht sie bei einem Rennradmarathon an den Start mit einem Ziel - die 140 (!) km um den Mondsee radeln und dabei Spenden sammeln für Jugendliche mit psychischen Problemen.
Wer allein schon bei dem Gedanken so etwas wie starken Muskelkater durchlebt, fragt sich vermutlich, „warum macht die das? Und noch dazu ganz freiwillig?" ;-)

Es gibt eine recht einfache, aber plausible Antwort.

Carina hatte selbst vor gar nicht allzu langer Zeit mit psychischen Problemen zu tun und ihr Leben darauf grundlegend geändert.

Rennradfahren war schon immer eine große Leidenschaft. Während dieser schwierigen Phase, musste sie aber selbst das hinten anstellen.

Jetzt, aus Dankbarkeit, weil sie ein Umfeld hatte, das ihr helfend zur Seite gestanden ist, eine Familie, FreundInnen und KollegInnen, jetzt, wo sie zu neuen Zielen aufgebrochen ist, sowohl beruflich als auch privat, jetzt möchte sie etwas zurückgeben.

Dass es nämlich auch anders gehen kann, musste sie ebenfalls erfahren.

Nicht jeder spricht und geht mit einer psychischen Erkrankungen so offen und locker um, wie sie selbst. Vor den Kopf gestoßen kämen sich manche vor, wenn sie davon erzählt, sprachlos und überfordert, das Richtige oder überhaupt irgendetwas darauf zu sagen.

Es sei aber ihre Art, wie sie damit umgeht und sie möchte andere ermutigen, es ihr gleichzutun. "Vielleicht hört es dann irgendwann auf, dass du dastehst, als wärst du von einem anderen Stern, nur weil du sagst, dass du psychische Probleme hast," so Carina.

Nach ihrer Ausbildung als Physiotherapeutin und den ersten Berufsjahren hat sie nun den nächsten großen Schritt gewagt, die Eröffnung ihrer eigenen Pysiotherapie-Praxis. Leider nicht im Heimatbundesland Oberösterreich sondern in Niederösterreich, im schönen Krems.

Nichtsdestotrotz ist Carina aufgrund ihrer Wurzeln und ihrer familiären Verbundenheit Oberösterreicherin im Herzen und das wird sie nach eigener Aussage auch bleiben. Daher steht es für sie außer Diskussion, dass der Spendenerlös ihres Engagements in Oberösterreich wirken soll – konkret im Jugendbereich von pro mente OÖ.

Wer mehr über Carina erfahren möchte, kann ihr seit kurzem auf ihrem Blog folgen auf https://cycling-for-something-good.com/

 

Und wer Carina finanziell auf ihrer Spendentour unterstützen möchte, der findet dort ebenfalls die nötigen Infos.

 

140 km und für jeden gestrampelten Kilometer, den du nicht selbst fahren musst, kannst du dennoch etwas Gutes tun und mithelfen!

Sei dabei!

16. Mai 2019

„Und dann habe ich auch noch eine neue Liebe gefunden – bei pro mente“

Elke in ihrem Element - an der Nähmaschine
Elke in ihrem Element - an der Nähmaschine

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Warum ich aber in diesem Fall das Ende vorwegnehme, um dir Elke vorzustellen, verstehst du sicher, wenn du bis zum Ende weiterliest. Elke hat eine Lebensgeschichte, die, hätte sie so nicht wirklich stattgefunden, genau für liebedasleben ausgedacht hätte werden müssen.

 

Anfang 2017 startete Elke ihr Training im Arbeitstrainingszentrum Steyr. Ihr Leben war damals mehr eine Frage des Überlebens, denn der Lebensfreude. Mit drei Jungs stand sie alleine da und kämpfte nicht nur für die Kinder, auch darum, sie nicht zu verlieren. Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung in Zusammenhang mit einer Alkoholabhängigkeit war es für sie als alleinerziehende Frau schwierig, alles auf die Reihe zu bekommen.

 

Vor ungefähr zwei Jahren - eine wunderbare Wende.
Im ATZ Steyr schlug Elke mit Hilfe eines sehr engagierten Teams ein völlig neues Kapitel in ihrem Leben auf. Nicht nur, dass Elke an die 30 Kilo abspeckte, sie hatte von Anfang an Spaß an der Arbeit und entwickelte mit der Zeit ein gutes Gespür für ihre Grenzen, aber auch dafür, was sie sich zumuten kann. Neben den handwerklichen Fertigkeiten, die sie sich aneignete, machte sie vor allem wichtige und beachtliche Fortschritte, ihre Persönlichkeit betreffend.

Gefestigt steht sie jetzt im Leben – ihrem neuen Leben.

Alle drei Jungs wohnen mittlerweile wieder bei ihr und sind ebenfalls selbständige junge Burschen.

 

Die Freude an der Näherei und am kreativen Gestalten, das Elke in der CreativLine – einem Teilbereich des ATZ Steyr kennenlernte, ist bis heute geblieben. Lediglich die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Raus aus dem geschützten Bereich, rein ins echte Leben.
Und da steht sie nun täglich ihre Frau.

 

Wer Elke sieht, kann kaum glauben, was sich in zwei Jahren eines Lebens alles zum Positiven entwickeln kann. Von 180 Grad Wende bis von 0 auf 100 – es gibt viele Sprüche, die in ihrem Fall passend wären.

So auch jener: Und das Beste kommt zum Schluss.

Die Familie von Elke ist mittlerweile nämlich auf vier Männer angewachsen. Nummer 4 lernte Elke ausgerechnet an ihrem Trainingsplatz kennen. Wie das Umfeld mir bestätigte, war es für alle, die diese Momente miterleben durften eine sehr erfreuliche und aufregende Phase.

Die Liebe am Arbeitsplatz zu finden, ist durchaus nichts Ungewöhnliches, aber im Arbeitstraining dann doch etwas Besonderes.

 

Ich freue mich sehr, dass Elke und das Team der CreativLine mitgeholfen haben, dass ich diese Geschichte erzählen durfte. Denn das ist es, was liebedasleben ausmacht.

Danke!

 

31. März 2019

Es grünt so grün - in der Zweigstelle Schwaigau

Zeitgleich mit den ersten Pflänzchen und Blüten in der Natur sprießen die Ratgeber zum Thema Garteln.

 

Und ja, auch an dieser Stelle sei es nochmal gesagt:

Gartenarbeit tut der Seele gut!

 

Sie ist zum Stressabbau und zur Erholung perfekt – laut aktuellen Studien fühlen sich bereits 20 Minuten Gartenarbeit an wie ein kleiner Urlaub. Schon der Anblick einer natürlichen Umgebung wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden aus, wodurch Ängste und Depressionen gemindert werden.

Erfreulicherweise entstehen daher vielerorts sogenannte Therapiegärten mit Erd- und Hochbeeten, Sinnes- und Duftinseln.

So auch an zahlreichen Standorten von pro mente OÖ.

An einem Standort widmet man sich aber ausschließlich der Gärtnerei und zwar in der Zweigstelle Schwaigau.

In dem Arbeitstrainingszentrum in Asten nahe Linz stehen derzeit 27 Trainingsplätze zur Verfügung. Menschen, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, haben hier die Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Dabei gibt es Trainingsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, der Produktionsgärtnerei, im Garten- und Landschaftsbau, im Gartencenter, im Büro, sowie in der Küche, in der täglich für alle MitarbeiterInnen frisch aufgekocht wird.

 

Im Moment herrscht Hochsaison in der "Schwaigau", wie sie von den meisten genannt wird. Ein Blütenmeer im Glashaus, wo schon die Frühlingsblüher auf motivierte Gartenfreunde warten, aber auch Salat- und Gemüsepflänzchen, sowie Kräuter komplettieren das Sortiment der Fachgärtnerei. 1000 verschiedene Pflanzensorten sind es nach Aussage von Walter Platzer, dem Leiter des Arbeitstrainingszentrums.

 

Die Schwaigau ist zweifellos keine 0815-Gärtnerei, sondern Mitgliedsbetrieb der OÖ Gärtner und ein Vorzeigebetrieb auf der ganzen Linie - pädagogisch wertvoll und therapeutisch höchst wirkungsvoll. Hier gibt die Natur den Takt vor, die Pflanzen und das Wetter. Die Arbeit mit Erde und eine Tätigkeit an der frischen Luft lassen das Herz aufblühen und verleihen einer geschwächten Psyche wieder Kraft und Stärke.

 

Du bist auf der Suche nach einem Kräutertopf für deine Fensterbank, brauchst du Beet- oder Balkonpflanzen für dein Zuhause? Wünschst du dir ein paar Stauden und Bäume für den Garten oder besorgst du ein Geschenk für einen besonderen Anlass – dann schau vorbei in der Zweigstelle Schwaigau.

 

Deine Büropflanzen lassen die Köpfe hängen und sehnen sich nach etwas Zuneigung – dann ruf an in der Zweigstelle Schwaigau.

 

Nähere Infos unter www.zweigstelle.at

28. Februar 2019

Die Goleadores von Steyr

Starallüren haben sie keine, die diesjährigen Sieger des pro Sport Austria Cups – auch wenn sie den Titel bereits zum fünften Mal erringen konnten. Herzlichen Glückwunsch an die Spieler des VAC Steyr!

 

Am 18. Februar war es wieder so weit. Zum 18. Mal fanden sich 12 Mannschaften zum internationalen Fußballturnier in Steyr ein, um einen ganzen Tag dem runden Leder zu frönen, Spaß zu haben, Freunde zu treffen und kämpferisch - aber fair - um jede Torchance zu rittern.

Die Teilnehmer aus Deutschland, Salzburg, Steiermark, Oberösterreich und erstmals auch aus Tschechien fanden wieder perfekte Turnierbedingungen vor.
Im sportlichen Wettkampf standen einander folgende Mannschaften gegenüber:


Team CDZ Prag  -  pro mente Salzburg  -  Regenbogen München  -  Red Cross Kickers Plattling

Pro move Graz  -  pro sport  -  Grieskirchen  -  Das Original Linz  -  Erlenhof

FC Freundschaft  -  Dynamo Steyr  -  VAC Steyr

 

In der Stadthalle Steyr war alles angerichtet für die gemischten Teams - Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen und deren Buddies. Perfekt organisiert von Markus Hofer und seinen HelferInnen.

Es wurden 38 Spiele ausgetragen, in denen 396 Spielminuten durchgehend OHNE Pause gespielt wurde. In dieser Zeit fielen 163 Tore! Ein Umstand, der auch den ZuschauerInnen entsprechenden Einsatz abverlangte.

 

Und so sahen die glücklichen Teilnehmer aus, nachdem sie frisch geduscht und kulinarisch gestärkt die verdienten Preise entgegennahmen.

Sport bringt Lebensfreude – hier haben wir wieder einen Beweis!

 

Herzlichen Dank an alle UnterstützerInnen und Sponsoren, die dieses Ereignis auch heuer wieder möglich gemacht haben!

11. Februar 2019

Hinter den Kulissen

Das STABIL Rohrbach hat mich eingeladen, doch mal auf einen Besuch vorbeizukommen und darüber zu berichten, was an dem Standort so passiert. Meine Eindrücke möchte ich euch heute unbedingt weitergeben.

 

Als ich tief verschneiten Mühlviertler Boden betrete, ist es kurz nach Mittag. In dem Gebäude, in dem neben dem Freizeittreff, auch die psychosoziale Beratungsstelle und die Tagesstruktur untergebracht sind, sieht zwar alles schon ein bisschen nach Aufbruch aus, aber das ist so, wenn eine große Übersiedlung ansteht.
Es wird demnächst einen neuen Standort geben, an dem dann alle Angebote von pro mente OÖ in Rohrbach untergebracht sein werden.

Ein paar TeilnehmerInnen sitzen noch beim Mittagessen. Andere sind gerade fleißig beim Stricken. Elisabeth, eine der BetreuerInnen gibt mir einen Überblick, was hier alles so gefertigt wird. Ich habe euch ein paar Fotos aus der Verkaufsecke mitgebracht.

Das ganze Jahr über wird gebastelt und gewerkt und dann fahren alle zusammen auf die Märkte in der Umgebung, um die mit Liebe und von Hand hergestellten Kleinigkeiten unter die Leute zu bringen. Ihr seht ja auf den Fotos, was es da so gibt – und das ist noch längst nicht alles. Außerdem freuen sich die KollegInnen in Rohrbach immer über neue Herausforderungen und Aufträge von außen.

Mein persönlicher Favorit ist ja das kleine Schutzengerl – du siehst es in der Fotoleiste unten. Als hübsch verpacktes Willkommensgeschenk für Neugeborene oder für einen anderen lieben Menschen, ist es eine wirklich süße Idee.

„Stolz könnt ihr sein auf das, was ihr hier so macht“, sage ich der Runde an TeilnehmerInnen, die sich zum Abschluss im Gemeinschaftsraum zusammengefunden haben. Und stolz sind sie auch tatsächlich, als mir jede und jeder zeigt, was er oder sie denn für ein Glückwunschbillett, Geschenkpapier, Engelchen selbst gemacht hat.
Sogar für ein Erinnerungsfoto nehmen sich dann noch ein paar Freiwillige Zeit. Unter anderem auch jene Dame mit dem sympathischen Lächeln, die zuerst partout nicht aufs Foto wollte.

Herzlichen Dank an die KollegInnen und TeilnehmerInnen von pro mente OÖ in Rohrbach für den freundlichen und herzlichen Empfang und dass ich bei euch einen Blick hinter die Kulissen werfen durfte!

17. Jänner 2019

Eine kleine Geschichte von der Lebensfreude

Es war einmal vor langer Zeit ein kleines, altes Mütterchen. Es lebte zurückgezogen in einem Haus am Waldrand und war tagaus, tagein alleine.

Die Kinder waren schon lange ausgezogen, standen mitten im Leben und dachten nur selten an sie. Anfangs war die alte Frau oft traurig darüber, doch irgendwann hatte sie beschlossen, sich damit abzufinden.

Sie hielt ihr kleines Häuschen stets sauber, kochte jeden Tag eine Kleinigkeit und drehte jeden Morgen oder Abend eine Runde über die Wiesen und durch den Wald.

Fast jedesmal fand sie etwas, was ihr große Freude bereitete. Mal ein Blatt, mal eine Blume, mal einen Stein, mal einen Zapfen. All diese Dinge nahm sie mit nach Hause und wann immer sie Besuch bekam von jemandem, dem es nicht so gut ging, schenkte sie etwas her von ihrer kostbaren Sammlung. Stets sagte sie dazu:"Nimm das hier mit und bewahre es gut auf, eines Tages wird es dir helfen, dein Glück zu finden."

Manchmal redeten die Leute zwar etwas sonderbar über sie, doch es wurden immer mehr, die zu ihr kamen, um sie kennen zu lernen. Und die meisten von ihnen gingen reich beschenkt nach Hause.

Doch das lag bestimmt nicht nur an den Dingen, die die Frau ihnen gab, sondern vielmehr daran, dass sie soviel von der Liebe und der Freude mitnehmen konnten, die die Frau all diesen Kleinigkeiten gegenüber empfand!

Reich beschenkt kehrten die Menschen nach Hause zurück und wann immer sie traurig waren, betrachteten sie ihre Geschenke und erinnerten sich daran, was die Frau zu ihnen gesagt hatte.

Sie wussten jetzt, dass ihr Glück tatsächlich darin bestand, die Freude in den alltäglichen, gewöhnlichen Dingen zu sehen. Sie hörten auf, zu warten, bis das große Glück an ihre Tür klopfte. Sie luden es einfach zu sich ein. Es brauchte dafür nur offene Augen und liebende Herzen.

 

Von Lydia Ruckensteiner

9. Jänner 2019

Der Lebensfreude auf der Spur

In diesem Beitrag möchte ich euch, liebe Leserinnen und Leser mit ein paar Hintergründen zur Lebensfreude beglücken. Wie heutzutage üblich, habe ich mich dabei auf online-Recherche begeben und bin auf Daten gestoßen, die mich in einer Sache bestärkt haben, der Lebensfreude auf den Grund zu gehen und mich ihrer anzunehmen.

 

Mein Fazit:
Wir müssen für sie kämpfen - sie darf uns nicht verloren gehen.

 

Meine 1. Station wikipedia: Lebensfreude wird demnach definiert als das subjektive Empfinden der Freude am eigenen Leben. In der Literatur findet sich der Begriff oftmals kombiniert mit weiteren erstrebenswerten positiven Attributen, wie Selbstbewusstsein, Vitalität, Optimismus, Kreativität und Glücklichsein. Lebensfreude wird als das Gegenteil von Anhedonie und Depression beschrieben, oder als das, was der Mensch anstrebt, will er eigene Depressionen überwinden.

 

Meine 2. Station google: Wer in das Suchfeld den Begriff Lebensfreude schreibt, erhält automatische Suchvorschläge entsprechend jenen Suchbegriffen, die Internet-UserInnen am häufigsten dazu eingeben

 

lebensfreude wiederfinden

fehlende lebensfreude

lebensfreude steigern

 

Soooo viele Menschen sind demnach auf der Suche nach Lebensfreude, haben sie verloren oder möchten mehr davon!

 

Meine Hoffnung:
Helfen wir zusammen und teilen wir unsere Lebensfreude mit Menschen, die sie brauchen.

 

Statt den unzähligen Tipps, Ratschlägen, Erklärungen und Weisheiten in 9 100 000 google-Ergebnissen finde ich allerdings die 10 Schritte zur psychischen Gesundheit von pro mente OÖ am hilfreichsten.

 

SICH SELBST ANNEHMEN  –  ÜBER PROBLEME UND SORGEN REDEN  –  AKTIV BLEIBEN  –  NEUES LERNEN  –  MIT FREUNDEN IN KONTAKT BLEIBEN  –  ETWAS KREATIVES TUN  –  SICH BETEILIGEN  –  UM HILFE FRAGEN  –  SICH ENTSPANNEN  –  SICH NICHT AUFGEBEN

 

Aber mal sehen, was die Community dazu sagt, wie man sich die Lebensfreude bewahren kann, wie sie sich wieder aktivieren lässt und was jede einzelne, jeder einzelne so für ein Geheimnis hat?


Vielleicht finde ich da noch neue Anhaltspunkte ->  click einfach hier und komm mit

10. Dezember 2018

Wenn ein Schwein in deiner Manteltasche stöbert

„Es ist ja nicht mehr lange bis Weihnachten“, leicht aufgeregte Stimmung herrscht unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von pro mente OÖ aus Steyr, als wir uns Ende November aufmachen, um heuer einmal so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Und - zweifellos könnte es keinen besseren Tag geben, dieses Vorhaben anzugehen. Das Wetter perfekt, die Landschaft frisch verschneit, der Schnee glitzert in der kalten Morgenluft.
18 Klientinnen und Klienten – ein bunter Strauß unterschiedlichster Persönlichkeiten, die es im Leben nicht immer leicht haben bzw. hatten, sehen wir glücklich und dankbar über dieses besondere Angebot von pro mente OÖ, beim Weihnachtskurzurlaub in Salzburg dabei zu sein.
Der erste Weg führt uns zu der berühmten „Stille Nacht Kapelle“ in Oberndorf. Zugegeben, es macht sich schon eine gewisse Ehrfurcht breit – beim Betreten der kleines Gedächtniskapelle, in der vor 200 Jahren, am 24.12.1818 das erste Mal „Stille Nacht“ aufgeführt wurde.


Beim abendlichen Besuch des berühmten Christkindlmarktes in der Salzburger Altstadt tauchen wir ein in ein festliches Lichtermeer und der Duft von Lebkuchen, Punsch und anderen Leckereien liegt in der Luft.

Im Hintergrund ein kleiner Weihnachtschor, dem ein paar Klienten spontan einstimmen.

 

Am zweiten Tag - wieder blitzblauer Himmel und verschneite Winterlandschaft.

Der perfekte Rahmen für einen Besuch auf Gut Aiderbichl, worauf sich alle schon so gefreut hatten. Der Hof ist festlich geschmückt, die Bäume rundherum mit roten Weihnachtskugeln. Freilaufende Esel, Schweine und Ziegen sorgen für heitere Stimmung unter der Reisegruppe. Die Tiere holen sich Streicheleinheiten und nutzen die Gelegenheit, um heimlich ihre Nasen in fremde Taschen zu stecken und nach Leckereien zu suchen.

Vor der Heimreise geht es noch zum Kunsthandwerksmarkt im Schloss Hellbrunn und nach einem gemeinsamen Mittagessen nach Hause zurück.

 

Die Stimmung ist wundervoll. Strahlende Augen hier, ein verschmitztes Lächeln dort, zufrieden und müde vom Erlebten - dankbar für diese schöne Zeit.
Neben den positiven Emotionen, die unsere Klientinnen und Klienten überkommen, sind auch wir gerührt, unsere Reisegruppe so gelöst und entspannt zu erleben - weg von den Sorgen des Alltags.

3. Dezember 2018

Selbstgestricktes für die kleinen ErdenbürgerInnen

Auf dem Tisch liegen Scheren, bunte Wollknäuel und geringelte Stricksocken zwischen Kaffeehäferln durcheinander.

 

So sieht es aus an einem Montagnachmittag im Treffpunkt Kirchdorf. Ein paar gesellige Damen rund um Kathi Lechner haben es sich im Gruppenraum gemütlich gemacht. Drinnen geht‘s lustig zu. Plaudern und Gelächter kommen einem schon am Gang entgegen. Dennoch sind alle voll konzentriert am Werken ;-) Dass die Stricknadeln so um die Wette klicken und nur ja keine Masche verloren geht.

„Es ist nicht, dass wir die Männer ausschließen wollen, aber mit der Handarbeit haben sie doch nicht so viel Freude,“ plaudert Kathi Lechner aus dem Nähkästchen und die Mitstrickerinnen nicken zustimmend.

„Mir ist es wichtig, dass die Leut‘, die zum Treff kommen, Freude haben. Das macht auch mir Freude und motiviert mich auch. Außerdem ist es so schön, einen Fixpunkt in der Woche zu haben, an dem was los ist.

Und beim Stricken kann man sich auch vieles von der Seele reden. Das erleichtert ungemein und man geht wieder gestärkt nach Hause."

Kathi Lechner ist vor einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen nach Kirchdorf gekommen. Ein Arzt hat sie motiviert, sich etwas zu suchen, das ihr Freude macht. Und was soll man sagen, seit 2009 leitet Kathi die Handarbeitsgruppe.

Und was strickt ihr eigentlich?

„Ein bisschen was für den Eigenbedarf, aber zum Großteil sind es Willkommenspackerl für die Geburtenabteilung des LKH Kirchdorf.“

Dann greift Kathi in den Strickkorb und zaubert unzählige kleine Hauberl, Fausterl und Patscherl heraus. Mittlerweile sind es an die 350 Stück pro Jahr, die den Müttern und ihrem Nachwuchs im LKH übergeben werden.

19. November 2018

In seinem Leben gibt die Gitarre den Ton an

Es ist einer der wunderschönen Sonnentage im Herbst, als wir uns zu einem spontanen Fotoshooting mit Stefan Habersack treffen, der in Schönau im Mühlkreis lebt und Musik macht.

38 Jahre ist er heuer geworden. Als er hörte, dass ich auf der Suche bin nach Menschen, die Lebensfreude in sich tragen, hat er sich spontan gemeldet, um seine Geschichte zu erzählen.

Aber das mit der Lust am Leben war nicht immer so.

Als Stefan mit 19 zum Bundesheer kam, wurden erste Anzeichen seiner psychischen Erkrankung deutlich. „Weißt du“, sagt er zu mir, „ die Diagnose Paranoide Schizophrenie, das ist nichts, was man einfach so wegsteckt.“

Es folgten lange Jahre in Kliniken, auf der Suche nach einer geeigneten Behandlung und Medizin.

Im Nachhinein, ist Stefan überzeugt, ist es die Musik gewesen, die bei ihm den Durchbruch in der Genesung bewirkt hat. Sie hat ihm geholfen, seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft wiederzufinden.

Notwehr heißt übrigens die Band, mit der Stefan in seiner Jugend aktiv war und deren Namen er nachher noch fortführte. Nach einer musikalischen Zwangspause startete er 2010 wieder voll durch und brachte in dem Jahr und dann 2013 und 2016 je ein Album heraus - mit der Unterstützung von Werner Edlauer, der mit Stefan im Tonstudio war und seinem Schützling zur Seite gestanden ist, dass er seinen Traum von und mit der Musik leben kann.

 

Heute besinnt sich der Rocker aber ganz auf sich selbst und seine Gitarre - ein wahre Männerfreundschaft eben!

 

Stefan Habersack wohnt nach Jahren in der pro mente OÖ Wohngemeinschaft Grubmühle seit 2015 allein in einer betreuten Wohnung. „Die Jahre bei pro mente OÖ haben mich stark gemacht. Sie haben mir sehr geholfen, mit meiner Erkrankung umzugehen. Lebensfreude, die habe ich jetzt wiedergefunden. Und ich bin auch reifer geworden.“ Was er sich für die Zukunft vornimmt und wünscht, „dass ich trotz meiner Erkrankung noch das Beste aus mir, meinem Potenzial und meinem Leben machen kann.“

22. Oktober 2018

Eine Geschichte, die nicht nur durch den Magen geht

Beim letzten Spiel des Vorwärts Steyr in der Vorjahres-Saison, bedankte sich der Kapitän nach dem Spiel mit Mikro vor der Fantribüne und vor laufender Kamera des lokales Fernsehens ...

... bei einem ganz besonderen Menschen.

Nein, er ist kein Torschützenjäger, Trainer oder Spielerkollege. Er ist der Mann, der die besten Apfelstrudel für die Mannschaft bäckt:

 

Unser Karl Heinz Hauer!

 

 

Und wer ist dieser Star am grünen Rasen, den die Mannschaft unter dem Jubel der Zuschauermenge mehrmals in die Luft wirft - so ganz privat?

Karl Heinz Hauer, genannt Hauy, Vater von vier Kindern, stammt aus Steyr und ist leidenschaftlicher Fussballfan - eigentlich schon immer. Was Hauy ebenfalls schon Zeit seines Lebens begleitet, ist seine psychische Erkrankung - er leidet an Depressionen.

Bei Vorwärts Steyr ist er Platzwart und Stadion-Betreuer - der Mann für alles, quasi. Zusätzlich ist er noch Mannschaftsbetreuer der Kampfmannschaft und ebnet den Spielern die Wege ins Stadion, schirmt sie von allzu neugierigen Fans ab, sorgt für das leibliche Wohl und auch die passenden Schuhbänder. Auch bei Trainingslagern ist er mittlerweile immer mit dabei.

Nicht nur wegen der Strudel ist Hauy unverzichtbar geworden.

Er ist wichtiger Teil des Teams und alle wissen von seinen psychischen Problemen. Er ist im Rahmen der integrativen Beschäftigung bei pro mente OÖ tätig und froh darüber. Froh, trotz seiner Erkrankung ganz selbstverständlich dabei sein zu können.