31.Oktober 2022

Einfach selbst etwas Gutes tun

Strahlende Gesichter bei der Spendenübergabe
Strahlende Gesichter bei der Spendenübergabe

Diese Idee kam Herrn Pesendorfer aufgrund seiner Aktivität beim Dartverein Glücksritter in Steyrermühl.

Der Verein macht ein jährliches Benefizturnier.

 

Warum nicht selbst für etwas Wichtiges Spenden sammeln? Ich könnte ja auch ein Benefizturnier mit einer Tombola machen und den Erlös an pro mente OÖ spenden? Gesagt – getan.

 

Kürzlich war es Herr Pesendorfer selbst, der seine Spende für einen guten Zweck übergeben konnte und zwar an pro mente OÖ, wo er seit vielen Jahren in Gmunden tätig ist.

 

Andreas Pesendorfer ist seit 2016 im Bereich der Fähigkeitsorientierten Aktivität eingebunden und hat da schon in allen Bereichen mitgearbeitet.

Er ist im „Mobilen Markt“ mitgefahren, hat in der Küche mitgewirkt und ist auch in der Werkstatt bei

den Montagearbeiten für verschiedene Firmen fleißig und aktiv. Der Auftrag der Firma Fronius gefällt ihm besonders gut.

 

 

Über sein Engagement und die Organisation der Spendenaktion sagte er im Rahmen der Spendenübergabe:

„Ein wenig anstrengend war das schon. Für das Sammeln für die Tombola hab ich schon einige Zeit gebraucht.“

Aber der enorme Einsatz hat sich gelohnt.

Mit Stolz und großer Freude konnte Andreas Pesendorfer die Spende von € 350,- an die Teamleitung

Kristine Pointl und den Regionalleiter Valentin Schweitzer übergeben.

„Das war eine großartige Idee und eine beeindruckende Leistung“ lobte der Regionalleiter

bei der Übergabe, „ich freue mich sehr darüber.“

 

04. Oktober 2022

Backe, backe, Kuchen

 

 

 

An der Stelle in unserem Interview für den PsychoCheck, als Brigitta – Gitti - Schickmaier sagte, sie würde gelegentlich mit ihren Torten sprechen, mussten wir beide lachen.  Wir einigten uns aber schnell, das nicht an die große Glocke zu hängen und schon gar nicht als Headline für diesen Artikel zu verwenden 😉

 

 

 

 

Dennoch, es gehört erwähnt, weil es ist unübersehbar, dass sie eine recht innige Beziehung zu ihren kulinarischen Kunstwerken hat. Jede Kreation ist einzigartig und allein für die Person, den Anlass gezaubert, für den sie bestellt wird. Hochzeit, Jubiläum, Taufe, Geburtstag oder andere Feierlichkeiten, die nach einer Mehlspeise aus der Konditorei der besonderen Art verlangen.

Als Brigitta Schickmaier mit 23 Jahren fertig ausgebildete Zuckerbäckerin war und kurz davor stand, ihre eigene Konditorei zu eröffnen, schlug sie dann doch einen ganz anderen Weg ein.

Eine Entscheidung, die sich für die heute vielfach ausgezeichnete Konditorin immer noch genau richtig anfühlt. Es ist eine „Back“- Mischung aus mehreren Zutaten, in denen sie heute kräftig umrührt. Natürlich, die Mehlspeisen stehen immer noch an 1. Stelle. Aber auch das Unterrichten, das Coachen, das Trainieren mit und das Motivieren von  - jungen - Menschen, die versuchen, in ihre Fußstapfen zu treten, möchte sie nicht missen.

 

Obwohl diese Fußstapfen sind schon seeeehr groß!

 

Wer die quirlige und sympathische Powerfrau aus Pettenbach bis dahin nicht kannte, der erlebte sie vielleicht Anfang 2022 in Aktion, als Jurorin der RTL Sendung Master of Sweets. Das war auch ein Highlight im Leben von Brigitta Schickmaier.

 

Master of …. desaster

Brigitta Schickmaier hat viel zu erzählen, Spannendes, Interessantes, Bewundernswertes, Vorbildhaftes, private und familiäre Highlights, und auch Berufliche … so wie die Story rund um ihre letzte Auszeichnung zum Cakemaster 2018. Mit diesem Titel beendete sie ja offiziell ihre Teilnahme an Konditoren-Wettbewerben. Eine Entscheidung, die sie konsequent verteidigt.

Aber warum eigentlich?

Damals 2018 bei der Anreise zum Cakemaster war noch alles in bester Ordnung, das Kunstwerk sicher im Auto verstaut und ein weiterer großer Titel in Reichweite. Doch dann – der Schreck -  das Kunstwerk zerbrach kurz vor der Präsentation in seine Einzelteile.

Aber Brigitta Schickmaier wäre nicht Brigitta Schickmaier, hätte sie nicht immer entsprechendes Reparaturmaterial mit. Was sie ebenfalls hat, das ist ein guter Draht „nach oben“ und einen starken Willen, der sie nie aufgeben lässt. So schickte sie also ein Stoßgebet ab und einen Dealvorschlag, nämlich nie mehr wieder an einem Contest teilzunehmen, würde sie nur diese Scherben wieder rechtzeitig zu einer herzeigbaren Kreation zusammenfügen können.

Während die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kopf schüttelten und die Favoritin wohl am liebsten aus dem Rennen gewünscht hätten, baute Gitti alles wieder auf und sicherte sich zur Überraschung aller auch noch den Sieg!

Das war der letzte Titel in ihrer Karriere – Cakemaster 2018.

 

Ja ist ja und nein ist nein

Konsequenz gilt als wichtiger Antrieb in ihrem Leben, genauso wie ein Maß an Durchhaltevermögen, Kampfwillen, aber auch ganz viel Herz und Gefühl – ja das Bauchgefühl, das ist ihr auch ganz wichtig.

 

Dahoam

Brigitta Schickmaier ist durchaus als bodenständig zu bezeichnen, fest verwurzelt in ihrer Heimatgemeinde, engagiert und hilfsbereit. Den Monat 2020, den sie für ein Sozialprojekt im weit entfernten Kongo verbachte, kann man so gesehen wohl als „Ausrutscher“ bezeichnen. Aber für sie selbst war es eine enorme Lebenserfahrung.

Familiärer Zusammenhalt als Energiequelle ist ebenfalls ein großes Thema. Dafür investiert Brigitta Schickmaier gerne Zeit, etwa, um täglich zu Mittag für den erweiterten Drei-Generationen-Haushalt frisch aufzukochen.

Vorspeis' – Hauptspeis' – Nachspeis' – das volle Programm, versteht sich von selbst.

 

Nachhaltigkeit

Was macht eigentlich eine gute Mehlspeise aus? Für Brigitta Schickmaier ist ein gutes Backwerk die Basis dafür, dass es schmeckt. Bio und Regionalität sind daher in ihrem Betrieb genauso selbstverständlich wie Nachhaltigkeit. Dass genau während unseres Gesprächs der Nachbarbauer klingelt und die Eier liefert, passte natürlich perfekt ins Bild. Ebenso die Schweine, die einen schon bei der Zufahrt aus dem offenen Stall heraus angrunzen.

Energieautonomie und Energieressourcen schonen, das sind obendrein die Steckenpferde von Gittis Ehemann.  Durch Investitionen in ökologische Einrichtungen haben es die Schickmaiers geschafft, die Konditorei energieautark zu gestalten. Das heißt, die gesamte Energie (Strom, Wärme, Treibstoff ) wird am Betrieb durch PV Anlagen, ein Windrad, eine Hackschnitzelheizung und drei Pflanzenölpressen erzeugt. Die beiden Söhne stehen ebenfalls hinter diesem Konzept, wenngleich beide bereits ihre eigenen beruflichen Wege gehen.

 

Das liebe Geld

Darum ist es Brigitta Schickmaier nie gegangen, sagt sie. Wer richtig viel verdienen will, sollte sich wohl einen anderen Lehrberuf als den der Konditorin aussuchen. Das war von Anfang an klar.

Aber wie eingangs erwähnt, die Entscheidung Konditorin zu werden, war ein reines Bauchgefühl, die Erfüllung, Spaß und Freude am Tun. Das Künstlerische sei sicher das Erbe ihres Opas, dessen wunderschöne Handschrift sie ebenfalls bekommen hat und die nun ihre Torten ziert, ist sie überzeugt.

Alles andere war nicht geplant, sondern entstand aus einer Kombination von Fleiß, Ehrgeiz und ab und an auch einer Portion Glück – dem Glück der Tüchtigen.

 

Geheimnisse

Beim Backen hat sie keine Geheimnisse. Ihre Schülerinnen und Schüler, die sie für Lehrabschlussprüfungen oder Wettbewerbe wie die World Skills trainiert und vorbereitet, dürfen ausnahmslos von ihrem reichen Erfahrungsschatz profitieren. Einzig die Rezeptur ihrer Schokotrüffeltorte, die Basis der meisten ihrer Auftragstorten ist, wird nicht verraten – leider auch nicht an dieser Stelle 😉

 

Vielen Dank für das Kennenlernen und all die Einblicke in das Leben einer Konditorin der anderen Art!

23. Juni 2022

Lichtblick für „Lahmschneckentage“

Im Gespräch mit Christa Mayrhofer von ELCO/KICO in Wels
Im Gespräch mit Christa Mayrhofer von ELCO/KICO in Wels

Heute bin ich in Wels zu Gast.

Ich besuche den allerersten ELCO/KICO-Standort, den pro mente OÖ ins Leben gerufen hat. ELCO/KICO bedeutet Elterncoaching/Kindercoaching für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil. In der Pollheimerstraße 15 angekommen, öffnet mir Christa Mayrhofer mit einem warmen Lächeln die Tür. Seit acht Jahren berät die Diplomsozialarbeiterin psychisch erkrankte Eltern und ihre Kinder, aber auch gesunde PartnerInnen, Verwandte und nahe Bezugspersonen. Ein kleines Mädchen ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben: „Ihr Vater litt an schweren Depressionen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit besteht darin, Kindern die Erkrankung ihrer Eltern altersgerecht zu erklären. Das Mädchen fand dann einen eigenen Namen für die schlechten Phasen ihres Vaters – sie nannte sie ‚Lahmschneckentage‘.“ 

Um diese „Lahmschneckentage“ bestmöglich zu bewältigen, gehen die ELCO/KICO-BeraterInnen in Einzel- und/oder Familiengesprächen auf individuelle Bedürfnisse ein. Je nach Alter der Kinder wird die Situation auch in Form von spielerischen, erlebnispädagogischen und kreativen Ansätzen aufgearbeitet.

„Wir bemühen uns darum, dass Kinder auch unter schwierigen Umständen gut aufwachsen können. Wir stärken das Selbstwertgefühl, wir sprechen über Empfindungen und Sorgen, wir erheben, welche gesunden Bezugspersonen zur Verfügung stehen, wir nehmen zu Kindergärten und Schulen Kontakt auf, wir entwickeln Krisenpläne für Notfälle“, erzählt Christa.

Das 2014 in Wels gestartete Projekt ELCO/KICO erhielt aufgrund des großen Bedarfs im Jahr 2019 auch Zweigstellen in Linz und Steyr sowie 2021 in Gmunden, Freistadt und Braunau. Für seine Pionierarbeit wurde der ELCO/KICO-Standort Wels auch mit dem Kinderschutzpreis Liberto ausgezeichnet.

„Ein junger Bub hatte große Schwierigkeiten in der Schule. Wir haben mit den LehrerInnen geredet und dem Jungen geholfen, mit seinen Gefühlen besser umzugehen. Als mir die Mama schließlich berichtet hat, dass sich alles zum Positiven verändert, habe ich mich sehr gefreut“, erinnert sich Christa. „Und eine 14-Jährige hat die große Scheu vor der Beratungssituation völlig verloren und mir gesagt, dass sie jetzt weiß, wohin sie gehen kann, wenn es ihr nicht gut geht.“

Nachdem Christa so motivierende Rückmeldungen schildert, verstehe ich umso mehr, warum sie so viel Herzblut in ihren Beruf, ja ihre Berufung steckt.

Wenn ich daran denke, dass in jeder 25-köpfigen Schulklasse durchschnittlich vier Kinder sitzen, deren Mütter oder Väter psychisch erkrankt sind, wird klar, welch unschätzbaren Wert ELCO/KICO hat.

Danke liebe Christa, dass du mir einen Einblick in deine tägliche Arbeit gegeben hast! Mit einem warmen Gefühl im Bauch mache ich mich wieder auf den Weg. 

9. Juni 2022

Zu Besuch im Ego – Beratungsstelle für Suchtfragen in Braunau

Roland von der Alkoholberatung im Ego-Braunau
Roland von der Alkoholberatung im Ego-Braunau

 

Letztens hat es mich in das schöne Braunau verschlagen. Ich habe gleich einmal die Zeit genutzt, um das Ego, eine Beratungsstelle für Suchtfragen, zu besuchen.

Das Tolle an diesem Angebot ist, dass dort nicht nur suchtkranken Menschen geholfen wird, sondern auch deren Angehörigen. Hier arbeiten sieben Personen mit drogen- bzw. alkoholsüchtigen Personen.

 

 

 

Im Ego habe ich mit Roland gesprochen, er ist in der Alkoholberatung tätig.

Seit Corona haben sich vor allem mehr Angehörige von Suchtkranken bei ihm gemeldet, weil Corona viele Alkoholprobleme erst sichtbar gemacht hat – die Leute waren ja auch mehr daheim. „Oft sind die Angehörigen auch überrascht, dass nicht nur den Betroffenen, sondern auch ihnen von uns Hilfe angeboten wird“, sagt Roland. „Corona hat das Suchtverhalten verändert: Es gab auf jeden Fall AlkoholikerInnen, die aufgrund der erhöhten Belastungen mehr getrunken haben. Aber es gab auch einige, die weniger tranken, weil die ‚soziale Komponente‘ – also der gesellschaftliche Druck, etwas trinken zu müssen – weggefallen ist. Sie mussten sich nicht mehr beweisen und der soziale Rückzug hat ihnen sogar gut getan. Für einige unserer KlientInnen ist der Alltag ohne Corona sogar belastender.“

 

Die Arbeit in der Corona-Zeit war und ist immer noch herausfordernd, dennoch gibt es auch positive Aspekte: „Vorher dachten wir uns, dass eine Beratung via Internet oder Telefon nicht möglich ist. Jetzt sehen wir es als eine gute Erweiterung unseres Angebots. Wir sind spontaner und flexibler aufgestellt und können den Menschen noch niederschwelliger helfen“, erzählt Roland. „Aber natürlich bevorzugen wir in der Beratung das face-to-face-Gespräch. Vieles passiert ja über Körpersprache und man muss als BeraterIn sehr feinfühlig sein. Über das Internet bzw. das Telefon ist eine Kommunikation oft einfach schwieriger.“

 

 

Vielen Dank, Roland, dass du dir für mich Zeit genommen hast und mir auch erklärt hast, dass eine Suchterkrankung keine Schande ist.

Wichtig ist vor allem, sich rasch professionelle Hilfe zu suchen – das gilt auch für Angehörige.

pro mente OÖ bietet in ganz Oberösterreich niederschwellige Suchtberatung.

 

Hier kommst du zu den Angeboten aus dem Bereich Sucht von pro mente OÖ. 

25. Mai 2022

„Die Menschen sehnen sich nach Gesellschaft“

Wer in Steyr lebt, oder dort öfter zu tun hat, der ist sicher schon einmal daran vorbeigefahren – beim Psychosozialen Treffpunkt (PST) in Steyr in der Spitalskystraße 12.

Hier können sich Menschen ganz unkompliziert treffen und miteinander reden, kochen und gemeinsam Freizeitaktivitäten und Ausflüge unternehmen.

Ich habe dort die Mitarbeiterin Klaudia Nigl getroffen. „Corona hat bei vielen Menschen den Alltag durcheinander gebracht – so auch bei den Menschen, die uns regelmäßig besuchen. Viele unserer TeilnehmerInnen sind noch verunsichert und haben Angst vor Corona, einigen ist das Virus egal. Die Herausforderung besteht darin, dass wir ja für alle Menschen da sein wollen – die richtige Balance ist da wichtig“, sagt Klaudia. „Grundsätzlich merken wir aber in unserer Arbeit: Die Leute sehnen sich nach Gesellschaft und Gemeinschaft.“

 

Nachdem mir Klaudia den Standort gezeigt hat – das Haus ist übrigens der Hammer - habe ich noch mit einigen TeilnehmerInnen gesprochen.

Herr G. hat mir erzählt, dass er nach dem Tod seiner Frau in eine Wohngemeinschaft der Volkshilfe gezogen ist. Er liebt die Fotografie und hat sogar schon bei Ausstellungen mitgewirkt.

Frau C. ist seine beste Freundin und seine Nachbarin. Wie auch Herr G. kommt sie jeden Tag zum PST in Steyr. Dort kocht sie vor allem sehr gerne für die anderen und genießt die Gesellschaft.

Herr K. ist bereits seit Beginn (rund 20 Jahre) täglich dort. Die Leute hier seien schon so etwas wie seine zweite Familie. Mittlerweile unterstützt Herr K. auch die MitarbeiterInnen bei Büroarbeiten. Er ist leidenschaftlicher Fußball- und Kegelfan. Im PST hat er Gleichgesinnte getroffen. „Besonders gerne erinnere ich mich an die gemeinsamen Urlaube“, sagt Herr K. „Wir haben bereits einen Städteurlaub in Österreich gemacht und waren sogar schon einmal in der Türkei.“

 

Nach dieser herzlichen Begegnung habe ich wieder den Heimweg angetreten, werde den Psychosozialen Treffpunkt in Steyr aber sicher bald wieder besuchen.

12. Mai 2022

Was tut sich eigentlich im Freiraum+

Kennt ihr schon den Freiraum+ im Paul-Hahn-Center in Linz?

Ich habe ihn für euch mal besucht und ein paar Impressionen mitgebracht.

 

Der Freiraum+ ist ein niederschwelliges Angebot von pro mente Jugend. Teilnehmen können Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahre, die eine Beschäftigung suchen und sich ein bisschen etwas dazu verdienen möchten. Gemeinsam mit den BetreuerInnen können sich die Jugendlichen in verschiedenen Tätigkeiten probieren oder zu den Themen Ausbildung und Beruf beraten lassen. 

 

Geöffnet ist der Freiraum+ fünf Tage die Woche.

Es kann zwischen der Küche, dem Kreativbereich und der Werkstatt als Tätigkeitsbereich gewählt werden. In der Küche kochen die Jugendlichen gemeinsam mit den BetreuerInnen das gemeinsame Mittagsessen, das dann gemeinsam verschmaust wird.

Danke an das Team, dass ich bei euch vorbeischauen durfte und ihr mir die Türen des Freiraum+ geöffnet habt!


Ansprechpersonen und Kontaktdaten findest du hier.

28. April 2022

Unser Leben ist wieder bunt – DANKE für die Unterstützung 🧡💛💚💙💜

Hinter den Kulissen von pro mente OÖ, also an ungefähr 180 Standorten in ganz Oberösterreich, spielt das wahre Leben.
Da geht es um alles, nämlich um das Wichtigste!
Um die Menschen, die zu uns kommen und Unterstützung brauchen.
Hinter den Kulissen geht es um Einzelschicksale, individuelle Lebensgeschichten, die sich dann eingliedern in Einheiten wie einem Arbeitstrainingszentrum, einem Wohnhaus oder wie im Fall von David dem Übergangswohnen.

Hier konnte David endlich ankommen.

Nachdem über Jahre hinweg nicht wirklich klar war, was mit ihm los ist, weil Anzeichen nicht richtig gedeutet, Diagnosen erst viel zu spät gestellt wurden, gestaltete sich die Situation äußert schwierig. Mit viel Mühen hatte er zwar nach einer vorerst abgebrochenen Gärtnerlehre eine technische Lehre abgeschlossen. Dennoch war allen klar, dass es so nicht weitergehen konnte.
Die zahlreichen Arztbesuche und stationären Krankenhausaufenthalte brachten die gesamte Familie nahe an die Belastungsgrenze. Sie wusste keinen Rat mehr, wie David zu helfen war. Die Lage zu Hause spitzte sich dermaßen so, dass David dort nicht mehr bleiben konnte.
Glücklicherweise erfuhr die Familie von den Angeboten von pro mente OÖ und erhielt schon bald die erlösende Nachricht, David dürfe im Übergangswohnen einziehen.
Dieser Schritt war nicht nur für ihn selbst ein Wichtiger, sondern auch für die Familie, die durch den Kontakt viel Hilfreiches über die Erkrankung ihres Sohnes erfuhr, und auch durch den gewissen Abstand wieder selbst Luft zum Atmen bekam.
Der gut abgestimmte Mix an Betreuung, Förderung und Unterstützung half David, sich soweit zu stabilisieren, dass er heute auf dem Sprung ist in eine eigene Wohnung.
Die mobile Hilfe vom Team pro mente OÖ wird er aber auch künftig in Anspruch nehmen, da sie ihm Sicherheit gibt und eine gewisse Vertrautheit.

Wir wünschen David alles Gute auf seinem Weg und danken seinen Eltern für die berührenden und offenen Worte ihres Dankschreibens.
Danke auch, dass wir die Geschichte veröffentlichen dürfen!

14. April 2022

Robert Kratky - Der Weckermann und sein Seelenleben

Im Zuge meines Interviews für die dritte Ausgabe des PsychoCheck hatte ich das Vergnügen, mich mit Robert Kratky unterhalten zu dürfen.
Von mir aus hätte er auch gerne die "3 Fragen an …" schriftlich übermitteln können. Ich wollte ihn nicht allzulange damit aufhalten, der Mann ist schließlich viel beschäftigt!
Aber nein, es war klar für ihn, er nimmt sich die Zeit, um seine Geschichte an dieser Stelle persönlich zu erzählen. Und um all das zu sagen, was ihm ein Anliegen ist, wenn es um das Thema psychische Gesundheit geht.

Er klingt am Telefon übrigens wie im Radio, das war schon mal gut für mich – irgendwie vertraut ;-)
Und er ist es gewohnt zu reden, das war ebenfalls nicht schlecht ;-)

Nach dem ersten allgemeinen Geplauder wird bald klar, dass es ihm bei dem Interview nicht nur um sich geht, um seine Geschichte.
Viele da draußen hätten so eine Geschichte, sagt er. Und da gäbe es nichts, wofür man sich genieren müsse oder was es zu verheimlichen gäbe.
Klar, es kommt ihm zugute, dass er mit ausreichend Selbstbewusstsein ausgestattet ist und sich auch einfach so hinstellen kann, um über etwas zu sprechen, das leider immer noch viele Menschen meinen mit sich selbst ausmachen zu müssen, nur damit ja niemand davon erfährt.
Was er damit meint? - Seine psychischen Probleme.
Psychische Probleme? Robert Kratky? Der?  - Mag sich so manche/r denken …
Aber ja, warum nicht - auch - Robert Kratky?

Jeder Mensch spürt ab und an, wie die Psyche leidet, mal mehr, mal weniger.
Manchmal geht diese Phase einfach so vorbei, manchmal muss man aber schon genauer hinsehen und sich bewusst damit auseinandersetzen. Daran arbeiten, dass man wieder gesund wird, seelisch gesund. Oder dass man erst gar nicht erkrankt.
Robert Kratky erkannte sein psychisches Problem vor ein paar Jahren, und zwar weil es ihm körperlich immer schlechter ging. Als ihm gesagt wurde, das hätte psychische Ursachen, war das der Beginn von etwas ganz Neuem, einer Auseinandersetzung mit sich. Dieser stellt er sich seither und arbeitet mit professioneller Unterstützung daran. Und es tut ihm gut, wie er selbst sagt.

In einem ausführlichen Interview für den PsychoCheck erzählt der sonst recht taffe Radiomoderator und Weckermann von Ö3 als wär es das Normalste der Welt – weil es das Normalste auf der Welt sein sollte – nämlich dass man auch seelisch krank sein kann und nicht nur körperlich. Und was in so einem Fall hilft.

Hier geht’s zur online-Version des PsychoCheck und hier kannst du ihn auch kostenlos als Postermagazin bestellen.

 

Viel Freude beim Lesen und herzlichen Dank nochmal an Robert Kratky für die offenen Worte!

3. März 2022

„Natürlich ist man nicht blind als Kind“

Foto: Lisa Kainzbauer #visible Peers

Ich habe mich vor kurzem mit einer Gruppe junger Erwachsener in Wien getroffen, die mit psychisch erkrankten Eltern aufgewachsen sind. Sie schreiben Blogartikel und geben Interviews für das Projekt #visible. Dieses Kooperationsprojekt von pro mente OÖ, dem Verein JoJo in Salzburg und von HPE Österreich macht das Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ sichtbar.

Ich habe die Betroffenen gefragt, mit welchen Herausforderungen sie in ihrer Kindheit oder Jugend konfrontiert waren und was ihnen in schwierigen Situationen besonders geholfen hat.

„Natürlich ist man nicht blind als Kind“, sagt Kathi. Sie hat ihre Mutter, die an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis leidet, bereits in jungen Jahren als unzugänglich erlebt: „Sie war sehr viel in ihrer eigenen Welt, also schwer erreichbar für mich.“

Die geistige Abwesenheit ihrer psychisch erkrankten Mutter war auch für Anna schwer zu akzeptieren: „Ich habe zwei Jahre geredet – gegen eine Wand!“. Wahnhafte hypochondrische Schizophrenie lautet die Diagnose von Annas Mutter. Sie ist davon überzeugt, eine Hautkrankheit zu haben, die allerdings nur in ihrer Wahrnehmung existiert.

Lisa, deren Mutter ebenfalls psychisch erkrankt ist, musste mit 16 Jahren ins Jugendheim ziehen. Die Gespräche mit den BetreuerInnen dort stellten eine große Bereicherung dar, schildert sie: „Weil es waren gesunde Menschen, mit denen ich einen normalen Dialog führen konnte, und die auch Ressourcen dafür hatten, mir zuzuhören, sich um meine Sorgen zu kümmern und nicht andersherum.“

Selbst in eine Therapie zu gehen, haben viele junge Menschen mit psychisch erkrankten Eltern als große Entlastung empfunden. Auch die Aneignung von fachlichem Wissen kann ab einem bestimmten Alter eine Stütze sein. „Ich habe viel darüber gelesen, konkret über Mamas Krankheitsbild, aber auch generell über psychische Krankheiten. Und das von einer theoretischen Seite kennenzulernen, hat mir geholfen, Abstand zu gewinnen“, erzählt Kathi.

Das Bemühen um eine gewisse Distanz ist auch für Anna wichtig, um ihr eigenes seelisches Gleichgewicht zu bewahren: „Mir hat es geholfen, immer mal wieder wegzufahren, also weg aus dem Burgenland, zurück nach Wien, dort trotzdem mein eigenes Leben zu leben und abzuschalten.“

In einem Punkt sind sich alle einig, mit denen ich über ihre psychisch erkrankten Eltern gesprochen habe: Darüber reden hilft und kann in Krisen manchmal Wunder wirken – ob mit FreundInnen, Verwandten oder dem Team der #visible Onlineberatung. Nach den intensiven Gesprächen mit betroffenen jungen Menschen bin ich froh, dass es ein Projekt wie #visible gibt! Weitere Infos findet ihr unter: www.visible.co.at

18. Februar 2022

ATZ salz.eisen: Mit kleinen Schritten zurück in die Arbeitswelt

Heute war ich zum ersten Mal im ATZ salz.eisen in Gmunden zu Besuch, das es so bereits seit 2014 gibt. Grundsätzlich gliedert sich das Arbeitstrainings-Angebot in Metalltechnik, Elektrotechnik und in eine Näherei.

Der Leiter Christian hat mich durch den Standort geführt und mir einiges dazu erklärt: Insgesamt arbeiten hier 21 TrainingsmitarbeiterInnen und das Angebot deckt den Bedarf des „inneren“ Salzkammerguts (Bad Ischl, Gmunden, Obertraun) gut ab. Seit Jänner sind 3 Standorte auf 2 zusammengelegt worden.

Ich war ganz begeistert davon, was im salz.eisen alles gemacht wird: Alleine im Bereich der Elektrotechnik werden pro Jahr über 150.000 Elektroteile verbaut, z.B. für Steuerungen von Heizkessel. Bei der Metalltechnik werden unter anderem Rollsysteme für Sonnensegel gebaut – circa 5.000 kleine Einzelteile werden da in der Woche produziert. Und in der Näherei wird z.B. viel für die Firma „Grüne Erde“ entworfen, geschnitten und geschneidert. Generell werden die Waren vom salz.eisen in der ganzen Welt benötigt und verkauft – von den USA bis hin nach Tokio. Auch werden Staplerkurse organisiert, die sehr hilfreich für viele der TrainingsmitarbeiterInnen sind.

„Unsere Produkte gehen direkt zu den KundInnen, unsere Arbeitsqualität ist also bestens für den ersten Arbeitsmarkt geeignet“, erzählt mir Christian stolz. „Es ist nicht immer leicht für unsere TrainingsmitarbeiterInnen, denn sie sind im Durchschnitt schon vier Jahre weg vom ersten Arbeitsmarkt. Wir müssen sie also behutsam auf ein Leben nach dem ATZ vorbereiten. Was mich aber immer fasziniert und motiviert: In jedem Menschen schlummern viele Talente. Unser Motto ist Stärken zu stärken.“

 

 

Am Schluss durfte ich dann auch noch mit Frau S. (19) sprechen, die seit kurzem im ATZ salz.eisen ist. Sie erzählt mir, dass sie die Lehre zur Industriekauffrau abgebrochen hat und daher längere Zeit beim AMS war. Dieses hat sie dann ans ATZ vermittelt. Anfangs war sie in der Näherei, jetzt konnte sie ins Büro wechseln. „Diese Arbeit macht mir total Spaß“, sagt Frau S. „Jetzt wird mir dann auch noch vom ATZ ein Wifi-Kurs finanziert, in dem ich meine Fähigkeiten noch ausbauen kann. Danach möchte ich meinen Lehrabschluss nachholen.“ Ihr Traumberuf sei eine Büroarbeit im Sozialbereich. Ich halte ihr da auf jeden Fall fest die Daumen und bin optimistisch, dass Frau S. es schaffen wird.

4. Februar 2022

Fleißige Wichtel für Steyr - DANKE!

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass ich an dieser Stelle erstmals von der wundervollen weihnachtlichen Initiative der Wichtel-Challenge berichtet habe.
Soziale Organisationen können hier mitmachen und kleine, sowie auch etwas größere Wünsche ihrer KlientInnen auf einer Plattform veröffentlichen. Auf der anderen Seite kann man quasi von überall auf der Welt darauf zugreifen, um diese Wünsche zu erfüllen.
Bereits 2020 war jene Zeit, als viele bunte Päckchen an den teilnehmenden Standorten von pro mente OÖ ankamen, eine ganz besondere Einstimmung auf Weihnachten.

Daher war auch heuer für Markus Hofer vom Team pro mente OÖ in Steyr klar, es soll wieder viele strahlende Gesichter geben an Weihnachten. Er und Irene Braunwieser vom Psychosozialen Treffpunkt meldeten an die 40 KlientInnen und ihre Wünsche bei www.wichtelchallenge.at an.

Neben Gutscheinen wurden Wünsche wie Pullover, Stirnbänder, Musik CDs, Küchengeräte, Bastelmaterial bis zur Linzertorte geäußert und letztendlich auch erfüllt!

„Der Winter, besonders die Weihnachtszeit, ist für unser Klientel oft schwierig“, erzählt mir Irene, „aber diese Aktion lässt den  Satz Weihnachten ist keine Jahreszeit sondern ein Gefühl wahr werden.“

Wie die Fotos zeigen war die Freude bei der Übergabe der Geschenke sehr groß!

 

Eine berührende Geschichte hat sich in diesem Zusammenhang auch noch ergeben, die ich dir nicht vorenthalten möchte. Zwei Mitglieder (ein Paar) vom ehemaligen Clubhaus (mittlerweile Psychsozialer Treffpunk) antwortete auf die Frage, was sie sich heuer wünschen, nach kurzem Überlegen, es ginge ihnen gut. Sie würden diesesmal lieber schenken als beschenkt werden…..
Sie haben also die Seite gewechselt und sich bei der Challenge angemeldet und anderen einen Wunsch zu erfüllen.

Ich möchte dies hier einfach so stehen lassen...

Herzlichen Dank an alle Wichtel und OrganisatorInnen der Challenge!

20. Jänner 2022

"Wir sind viele und du bist nicht allein!"

Das Team der #visible Onlineberatung
Das Team der #visible Onlineberatung

Mein aktueller Besuch steht ganz im Zeichen des Projekts #visible, das Kinder psychisch erkrankter Eltern auf verschiedenen Ebenen unterstützt.

Ein Lichtblick für ganz viele junge Menschen!

Ich wusste nicht, dass jedes sechste Kind in Österreich mit einem psychisch erkrankten Elternteil aufwächst. Insgesamt sind hierzulande rund 275.000 Kinder und Jugendliche betroffen, erfahre ich im Gespräch mit den Projektverantwortlichen.

Auf der Website www.visible.co.at schreiben junge Erwachsene in einem Blog über ihre Alltagserfahrungen und besonderen Herausforderungen mit psychisch erkrankten Müttern oder Vätern. Sie geben sehr persönliche Einblicke in ihre Lebenswelten, die anderen Betroffenen vor allem eines vor Augen führen: „Wir sind viele und du bist nicht allein mit deinen Sorgen und Problemen!“

Die meisten der AutorInnen haben mir erzählt, dass sie lange Zeit übersehen wurden und niemanden hatten, um über die Situation zu Hause zu sprechen. Heute wollen sie dem Thema Sichtbarkeit verleihen.

Sie geben Interviews – zum Beispiel im Rahmen des brandneuen #visible Podcasts. Damit auch andere Hoffnung schöpfen und den Mut finden, mit dem Tabu zu brechen und darüber zu reden.

Den Podcast zum Reinhören findest du übrigens HIER.

 

Jede und jeder Jugendliche mit psychisch belasteten Eltern kann auf der #visible Homepage mit erfahrenen BeraterInnen via Sofortchat oder E-Mail Kontakt aufnehmen – unkompliziert, schnell und anonym.

Gemeinsam wird dann ein Plan entwickelt, wie Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt oder Krisen bewältigt werden können. Eine tolle Sache!

Außerdem bietet das Projekt in unterschiedlichen Bundesländern regionale Anlaufstellen. Allein in Oberösterreich stehen Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen Beratungseinrichtungen in Linz, Wels, Steyr, Gmunden, Freistadt und Braunau zur Verfügung. So wird dank #visible ein weit verzweigtes Netzwerk gespannt, das betroffene Kinder und Jugendliche auffängt, wenn ihnen alles zu viel wird.

 

Ich hoffe, dass #visible vielen betroffenen Kindern hilft. Das Thema werde ich in jedem Fall weiterhin für euch im Auge behalten und mich wieder melden, wenn es Neues zu berichten gibt.

Nähere Infos gibt es wie gesagt auf www.visible.co.at

10.Jänner 2022

Zu Besuch im baseCamp Vöcklabruck

Stefan ist Mitarbeiter im baseCamp Vöcklabruck
Stefan ist Mitarbeiter im baseCamp Vöcklabruck

Heute habe ich das baseCamp von pro mente OÖ in Vöcklabruck besucht. Das ist ein niederschwelliges Angebot für Menschen mit einer Suchtproblematik. Es bietet einen Treffpunkt, um einfach für die BesucherInnen da zu sein und zu plaudern.

Auf Wunsch erhalten diese Getränke und warme Mahlzeiten und haben die Möglichkeit, gratis Dusche, Waschmaschine und Trockner zu benützen. Weitere kostenlose Angebote sind der Spritzentausch sowie die Kondomabgabe.

Auf Wunsch der baseCamp-BesucherInnen organisieren die MitarbeiterInnnen gelegentlich auch gemeinsame Freizeitangebote und Workshops.

Außerdem besteht die Möglichkeit, stundenweise dazuzu-verdienen, wie etwa mit dem Vorbereiten eines gemeinsamen Mittagessens oder im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes.

 

Ein zusätzliches neues Angebot ist baseCamp mobil. Hier fahren die MitarbeiterInnen des baseCamp mit einem Bus zu den KlientInnen bzw. an Orte, wo diese ihre Zeit verbringen – das wird dann aufsuchende Suchtarbeit genannt.

 

Stefan ist Mitarbeiter im baseCamp. Er erzählt, dass 120 KlientInnen das baseCamp regelmäßig aufsuchen und im Jahr dort rund 100.000 Spritzen getauscht werden. Die beliebteste illegale Droge ist vor allem Marihuana, aber auch Ecstasy, Koks und Heroin werden oft konsumiert. „Synthetische Drogen sind zur Zeit stark im Umkreis, Chrystal Meth-Konsumierende besuchen uns aber eher weniger“, sagt Stefan. „Viele Menschen, die zu uns kommen, sind einsam. Bei älteren Personen merkt man die körperlichen Gebrechen, die der Drogenkonsum verursacht hat.

Viele Leute denken, dass Drogen vor allem aus Jux und Tollerei konsumiert werden – da haben wir ganz andere Erfahrungen gemacht. Klar, kann es sein, dass Menschen aufgrund von Leichtsinnigkeit zu Drogen greifen, in den meisten Fällen sind die Personen aber stark traumatisiert. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich.“

 

Was mich bei meinem Besuch im baseCamp besonders fasziniert: Stefan und sein Team sind trotz dieses harten Jobs fröhlich, lustig und optimistisch und versprühen viel Lebensfreude. Viele KlientInnen, die bei ihnen waren, sind bereits verstorben. Das wirkt sich auch auf die Psyche der MitarbeiterInnen aus – aber davon ist bei diesem motivierten Team nichts zu spüren.

Ich konnte an diesem Tag wirklich viel lernen und bin froh, dass es Menschen gibt, die so einen wichtigen Job machen wie Stefan und sein Team.

 

9. Dezember 2021

Alles unter einem Dach in der Franz-Keim-Straße in Gmunden

Es ist ja immer wieder erstaunlich, wie viel Platz in einem einzigen Haus ist.
Ich habe vor einiger Zeit den pro mente OÖ-Standort in der Franz-Keim-Straße in Gmunden besucht – und da ist ja wirklich alles unter einem Dach:

Psychosoziale Beratungsstelle, Arbeitsassistenz, Freizeitangebote, Fähigkeitsorientierte Aktivität (FA), Ikarus (pro mente Sucht), standUp, das Regionalleitungsbüro ... ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen.

 

Beeindruckend ist, dass man, wenn man in das Haus kommt, gleich in einer kleinen Bücherei steht. Das trifft sich sehr gut, weil ich ja ein kleiner Bücherwurm bin – aber zurück zum Thema:

Mein Besuch startete gleich einmal in der FA, in der KlientInnen gerade dabei waren, kleinere Metallarbeiten für die Firma Fronius zu erledigen. Die Teile, die hier von den 45 KlientInnen gebaut werden, werden in der ganzen Welt eingesetzt – das war schon beeindruckend.
Dann hat es mich weiter in die FA Küche verschlagen und ich konnte mich gleich einmal von den dortigen Qualitäten überzeugen – ich habe eine Mohnschnecke abgestaubt ... mhm, die war vielleicht lecker!

Was total spannend war: In der Franz-Keim-Straße wird ein „Mobiler Markt“ angeboten, der die Altenheime in der Umgebung versorgt.
Das ist echt eine tolle Idee, finde ich.

 

Nach den Besuchen der weiteren Angebote, lud mich Kristine Pointl in ihr Büro ein. Übrigens: Von ihrem Büro kann man den Traunstein inklusive See sehen – bei so einem Ausblick macht die Arbeit gleich noch viel mehr Spaß. Kristine arbeitet in der Psychosozialen Beratungsstelle und ist bereits seit 1997 bei pro mente OÖ. Sie hat mir also einiges über die psychosoziale Arbeit in Gmunden erzählen können.

 

Nach den vielen Erlebnissen und verschiedenen Eindrücken, trat ich meine Heimreise an. Aber ich bin mir sicher, dass ich die Franz-Keim-Straße in Kürze wieder mal besuchen werde.

25. November 2021

Besuch in den Jugend-Wohnboxen: Ein Einblick in den Alltag unserer Jugendlichen

Seit dem ersten Lockdown hat sich das Leben in unseren Jugendwohnhäusern deutlich verändert. Es fanden keine gemeinsamen Aktivitäten statt, die Jugendlichen durften keinen Besuch empfangen und vor allem - sie durften sich gegenseitig nur eingeschränkt treffen.

Trotz der Vorgaben haben sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von pro mente OÖ große Mühe gegeben, den Jugendlichen Halt und einen weiterhin geregelten Tagesablauf gewährleisten zu können.

Auf meiner Tour habe ich natürlich alle drei Häuser besucht, um einen genaueren Eindruck von den Jugendeinrichtungen zu bekommen. Insgesamt gibt es drei Wohnhäuser in Linz und Umgebung. In der blue.box wohnen nur Mädchen, in der red.box wohnen die Burschen und in der green.box gibt es zwei WG’s, in denen die Jungs und Mädchen zwar getrennt leben, aber viel im Alltag gemeinsam unternehmen und gestalten.

 

Im Gespräch mit den MitarbeiterInnen vor Ort wurde mir erzählt, dass im Lockdown sehr viele Aktivitäten, soweit es denn möglich war, draußen im Freien stattgefunden haben. Die Jugendlichen der red.box zum Beispiel haben sehr viel Wert auf die Gartenarbeit gelegt und ihren Außenbereich reichlich bepflanzt und verschönert. Das kann sich wirklich sehen lassen.

Mit den Lockerungen wurden dann auch wieder einige Gruppenaktivitäten, wie zum Beispiel Bogenschießen oder Fußballturniere veranstaltet.

Den normalen Alltag versuchten sie so gut es ging aufrechtzuerhalten, was in der Zeiten von Homeschooling und Kurzarbeit natürlich eine große Herausforderung war.

Auch in der blue.box konnte man eine gewisse Anspannung spüren, da die Mädchen nun ihren normalen Aktivitäten wie Schule und Ausbildung nicht mehr in gewohnter Form nachgehen konnten.

 

Über den Sommer wurden die Regeln dann wieder gelockert, was natürlich für das Befinden der Jugendlichen sehr wichtig war. Jetzt, in Zeiten des erneuten Lockdowns, wünsche ich ihnen und ihren BetreuerInnen ganz viel Kraft. Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder, wenn ich die Jugendwohnhäuser wieder einmal besuchen darf.

 

11. November 2021

STRADA OÖ – ein Beispiel gelebter Selbstbestimmung

Gerti Niedl - Leitung STRADA
Gerti Niedl - Leitung STRADA

Auch wenn sie das nicht gerne in dieser Form hört, aber Gerti Niedl ist die Frau an der Spitze von STRADA. Sie leitet die Organisation seit 2015. STRADA OÖ, die Interessenvertretung für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
Im Rahmen meiner Aktion „Hinter den Kulissen“ erfuhr ich diesesmal viel Interessantes rund um die UserInnen-Organisation und auch recht Persönliches. Das alles von einer Frau, die aus eigener Erfahrung weiß, was es bedeutet, mit einer psychischen Erkrankung zu leben, wie dunkel Krisen sein können und wie schwer der Rucksack der Erkrankung und psychischen Belastungen wiegen kann. Die aber auch zeigt, dass ein erfülltes Leben unter diesen Voraussetzungen möglich ist, alles eine positive Wendung nehmen und die Lebensfreude zurückkommen kann, ... wenn man es wirklich will.

Gerti Niedl arbeitet bei STRADA mit einem Team von sechs KollegInnen zusammen.
STRADA OÖ gibt es bereits seit 1996, lange bevor im Jahr 2008 im Rahmen des Chancengleichheitsgesetzes Interessensvertretungen empfohlen wurden. STRADA OÖ nimmt daher in vielerlei Hinsicht eine Vorreiterrolle in ganz Österreich ein und laufend erkundigen sich Organisationen bei Gerti Niedl, wie denn hier bei pro mente OÖ die Umsetzung und die Zusammenarbeit funktionieren. Interessensvertretung war und ist das zentrale Thema. Selbstbestimmt leben und arbeiten können trotz einer psychischen Beeinträchtigung. Seit das OÖ ChG diese vorschreibt, gibt es auch finanzielle Unterstützung seitens des Landes OÖ. Vorwiegend geht es dabei um Menschen, die in Einrichtungen von pro mente OÖ niederschwellig oder bescheidpflichtig betreut werden. Aber auch Menschen, die noch in keiner Trägerorganisation angekommen sind, holen sich hier Informationen, wo sie Unterstützung erfahren können. Am einfachsten online unter www.stradaooe.at

Jeder Standort von pro mente OÖ hat eine Interessensvertretung und pro Bezirk gibt es zwei BezirksinteressensvertreterInnen. Da kommen bei 180 Standorten ganz schöne viele Personen zusammen.
Alle drei Jahre wird gewählt, 10 x / Jahr gibt es eine Sitzung, einmal jährlich eine Klausur. Verwaltet und organisiert wird alles über das User-Büro, eine Serviceeinrichtung, die auch kostenlose Rechtsberatung anbietet.
Soviel zum Administrativen.

Inhaltlich beschäftigt sich STRADA OÖ einerseits mit der Abhaltung von kostenlosen Kursen, Schreibwerkstätten und Seminaren, darunter das mit am Abstand beliebteste Seminar „Die Freiheit leben – was du wirklich, wirklich willst.“
Weiters gibt es den Bereich der selbstverwalteten UserInnen-Projekte das sind die STRADA-Läden in Linz und Wels und die User-Cafés in Linz, Ried und Vöcklabruck. Die STRADA –Läden werden dankenswerterweise großzügig gestützt durch die Firma Hofer, die kostenlos Warenmuster zur Verfügung stellt. Diese dürfen wöchentlich im Zentrallager abgeholt und in den Läden zu sehr günstigen Preisen an Menschen mit sehr niedrigen Einkommen verkauft werden.
Neben den Standorten Linz und Wels ist auch ein mobiles Team unterwegs, das einen Teil des Sortiments per Bus auch zu den Standorten in die Regionen bringt. Die Erlöse werden für den Betrieb dieser Standorte verwendet und müssen alle anfallenden Kosten decken. 35 KlientInnen arbeiten derzeit aktiv in den Läden mit und erhalten dafür einen geringen Stundenlohn oder ein Taschengeld. Wenn man sie nach ihrer Motivation fragt, warum sie hier mithelfen, dann geht es ihnen aber vielfach darum, eine Aufgabe zu haben, die Freude macht, mit Menschen in Kontakt zu kommen und dazuzugehören.
Lebensfreude entsteht hier, wo Menschen einander treffen und ungeachtet ihrer Erkrankung oder psychischen Thematik positive Erlebnisse und Begegnungen möglich werden.

 

Es freut mich sehr, dass ich den so wichtigen Bereich STRADA von pro mente OÖ an dieser Stelle einmal ausführlich vorstellen konnte.

Vielen Dank an dich Gerti für die Zeit und Geduld, die du mir im Zuge des Interviews geschenkt hast, die tolle Zusammenarbeit mit dir, sowie die Leidenschaft und das Engagement, mit dem du deine Aufgabe ausfüllst!

2. November 2021

Freches, Himmlisches und mehr ...

Illustratorin Conny Wolf
Illustratorin Conny Wolf

So begrüßt die Illustratorin Conny Wolf die Besucherinnen und Besucher auf ihrer Homepage.
Vor fünf Jahren kreuzten sich unsere Wege bereits zum ersten Mal. Als ich auf der Suche nach einer nett gestalteten Postkarte für unsere Spender*innen war, kam ich auf die Idee, Conny Wolf, die „Mama“ des jungen Burschen OUPS um Unterstützung anzufragen. Denn wer kennt ihn nicht, den süßen Kerl mit seinen Mutmachsprüchen. Conny Wolf sagte damals sofort zu und es folgte ein persönliches Kennenlernen sowie die Zusage, dass wir Illustrationen zur Verfügung gestellt bekommen.

Damals schon erzählte mir Conny Wolf allerdings, dass sie sich – schweren Herzens - von OUPS trennen musste und sie jetzt ein Mädchen an ihrer Seite habe ;-)

Die Figur der lustig frechen Stineliese.

Auch das Zeichnen von personalisierten Engelsbildern und die Gestaltung eines jährlichen Engelkalenders liegen ihr sehr am Herzen.

Eine Postkarte von Stineliese hängt übrigens seither bei meinem Schreibtisch und schaut mir bei der Arbeit zu.

Es freut mich daher sehr, dass In der aktuellen Ausgabe des PsychoCheck, den du übrigens ganz bequem hier kostenlos bestellen kannst, ein Porträt von Conny Wolf nachzulesen ist. Sie bei dieser Gelegenheit interviewen zu dürfen, machte mich neugierig, was sie wohl derzeit macht, welche Geschöpfe sie zu Papier bringt, welche Projekte und Pläne sie hat und ob sie immer noch ihre Zeichenworkshops abhält?

Ich möchte an dieser Stelle ja nicht allzuviel verraten, denn einen Auszug aus dem Interview kannst du schließlich im PsychoCheck nachlesen – also unbedingt reinschauen!

Aber dass das Zeichnen für Conny Wolf bereits von klein auf ein Ventil war, um Stress abzubauen, um psychisch in Balance zu bleiben oder das Gleichgewicht wiederzufinden, das habe ich erst jetzt erfahren. Und für zeichnerisch völlig Unbegabte wie mich findet sie auch noch aufmunternde Worte, nämlich dass es vor allem darum geht, Freude und Spaß am Zeichnen zu finden. Wie das auch bei mir gelingen könnte, das wäre dann wohl Inhalt einer ihrer Zeichenworkshops.

Ergänzend dazu sei unbedingt gesagt, dass es  noch weitere Neuigkeiten gibt.

Traraaaaa! Stineliese hat ihren eigenen Webshop Ein Tipp für Weihnachten? ;-) Schau mal rein unter www.connywolf.com oder direkt bei https://connywolf.myspreadshop.at/ 

Stineliese-Motive und Sprüche gibt es jetzt auch auf T-Shirts, Caps, Jacken, Kissen, Handyhüllen und vielem mehr. Die kann man sich online selbst zusammenstellen, wie es einem gefällt.

Ich danke Conny Wolf vielmals für die Zusammenarbeit im Zuge des PsychoCheck – Interviews. Jede E-Mail war eine Freude, wenn zusätzlich zum Wesentlichen auch noch eine jeweils passende Illustration aus dem Bildschirm herauswinkte, wenn Texte vor Energie nur so strotzten und ich mit einem Lächeln vor dem Bildschirm saß, das nicht enden wollte …
Conny Wolf steht eindeutig für Lebensfreude, die in ihrem Leben einen wichtigen Stellenwert hat und die sie durch ihre kreative Ader an uns alle weiterzugeben vermag.

18. Oktober 2021

40 Jahre Erlenhof und Erntedank

Das war wirklich ein schönes Fest!

Im Oktober feierte der Erlenhof ein Erntedankfest.
Das Schöne daran? Es war auch das 40-jährige Jubiläum der Therapiestation.

Mit selbstgemachten Aufstrichen und leckerem Kuchen wurden die BesucherInnen des Erlenhofs verwöhnt. Nach den Begrüßungsworten des Leiters, Peter Olbrich, wurde dann auch ordentlich gefeiert (natürlich unter Einhaltung der 3G-Regeln). Dabei war die Livemusik natürlich das absolute Highlight. Gott sei Dank hielt auch das Wetter durch und alle BesucherInnen, MitarbeiterInnen und KlientInnen konnten sich bei Sonnenschein rundum wohlfühlen.

Für alle, die den Erlenhof noch nicht kennen:
Der Erlenhof liegt in Prambachkirchen (Nähe Eferding) und dort arbeitet ein multiprofessionelles Team. Das Ziel ist, drogen-, medikamenten- und alkoholabhängige Menschen abstinenzorientiert bei der Auseinandersetzung mit ihrer Sucht zu begleiten. Dabei wird psychotherapeutische, sozialarbeiterische und fachärztliche Unterstützung sowie Arbeitstherapie in den Bereichen Land- und Hauswirtschaft, Küche und Keramik angeboten.

 

Nach vielen interessanten Gesprächen und einem vollen Bauch brach ich dann auf, um den Heimweg anzutreten. Ich freue mich aber heute schon auf das nächste Fest im Erlenhof.

30.September 2021 

Eine Mutmachgeschichte über Christa inklusive Blick hinter die Kulissen des Wohnhaus Eberschwang

„Das Leben vor Corona war eigentlich so wie immer – bin selten gegangen, war lieber auf der Couch – generell lief das Leben bei mir vorbei. Ich hatte zwar meine Arbeit in der Tagesstruktur, aber nach Arbeitsende fiel ich immer wieder in den ‚Couchmodus‘.

Die ‚Corona-Sache‘ hatten wir zwar in der Wohngemeinschaft immer im Fernsehen verfolgt, jedoch dachten wir immer ‚das ist so weit weg‘. Praktisch ohne jegliche Vorwarnung erhielten wir binnen kurzer Zeit die Info, dass wir auch nicht mehr in die Arbeit gehen dürfen. Dies war für uns ein großer Schock, denn damit hatten wir absolut nicht gerechnet. Da ich aber ein großes Bedürfnis nach einem geregelten Tagesablauf hatte, richtete ich mir dennoch meinen Wecker wie immer auf 7 Uhr, so wie ich es von früher gewohnt war. Aber diese plötzliche ‚Freizeit oder sollten wir sagen Freiheit‘, die war ich doch gar nicht gewohnt.

Nach einigen Gesprächen mit meinem Mitbewohner Manfred kamen wir auf die Idee: ‚Wir könnten doch jeden Tag eine Runde gehen …‘ Gesagt, getan: Ausgerüstet mit einem Schrittzähler (wir wollen doch wissen, wie viele es sind), der richtigen Kleidung und dem passenden Schuhwerk machten wir uns auf den Weg.

Wenn´s denn mal ein bisschen bergauf ging, dann waren wir schon geschafft, aber im Laufe der Zeit ging das immer besser und entlang unserer Routen hatten wir dann schon richtige Bekanntschaften mit diversen Streckenposten geschlossen.

Die Zahl des Schrittzählers ging nach oben, der Zeiger der Waage nach unten.

Noch nicht genug, begannen ich und Manfred gemeinsam Brot zu backen. Aber auch am Herd probierten wir doch so einiges aus. Somit bekam der Begriff ‚Freizeit‘ eine ganz andere Bedeutung für uns.

Corona geschuldet brachte ich locker 10 Kilo weniger auf die Waage und Langeweile kam auch keine mehr bei uns in der Wohngemeinschaft auf.
Ich konnte mir von der ganzen ‚Corona-Zeit‘ nur Positives mitnehmen – ich habe jetzt, trotz Arbeit in der Tagesstruktur, einen erfüllten Zeitplan, und weiß auch sehr viel in meiner Freizeit anzufangen. Ich werde weiterhin – egal ob Coronazeit ist oder nicht – meine Runden durch die Natur drehen, ausgestattet mit Schrittzähler und richtiger Kleidung, und jeden Tag freudig über meine neue Leidenschaft, welche mich total erfüllt, durchs Leben gehen!“

 

Nachdem mich diese motivierenden Zeilen von Christa erreicht haben, war ich neugierig geworden und machte mich auf den Weg nach Eberschwang. Das Wohnhaus in der beschaulichen Innviertler Gemeinde bietet sieben Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen ein Zuhause. Bei meinem Besuch war der Terrassentisch mit Kaffee und Plundergebäck gedeckt und die BewohnerInnen und Betreuerinnen warteten schon auf mich. In dieser lustigen Runde erfuhr ich viel vom Leben der BewohnerInnen und wie der Alltag im Wohnhaus aussieht. Christa erzählte voller Freude von den letzten Monaten und von ihrer Beschäftigung im Bügelservice in der FA Ried. Manfred, von allen auch ‚Manfredo‘ genannt, der Motivator und Initiator der Walking-Runden, ist in der Tischlerei im Emprechting beschäftigt. Nebenbei schnitzt er begeistert Holzfiguren. Die übrigen BewohnerInnen haben ihre eigenen Interessen, Wolfgang fährt so oft es geht nach Ried in sein Stammcafé, Martina arbeitet im Auftragsservice in Ried und geht gerne shoppen. Wer lieber zuhause bleibt, verbringt den Tag im Haus oder im Garten. Der topp gepflegte Garten ist dem Einsatz aller zu verdanken. Auch das Biotop wurde gemeinsam angelegt und wird gehegt und gepflegt.

 

 

Es war ein schöner Besuch: Man spürt, hier werden alle so akzeptiert, wie sie sind. 

17.September 2021

Wir wollen das Leben und die Lebensfreude feiern!

„Endlich wieder einmal!“ Diese Worte habe ich öfters gehört unter den BesucherInnen des Begegnungsfestes, das anlässlich der runden Jubiläen der pro mente OÖ-Standorte Übergangswohnen Kaisergasse, FA Kontrast, FA Keramik, Übergangswohnen K5 und pro sport gefeiert wurde.

Endlich wieder Menschen treffen, Freunde und KollegInnen. Endlich wieder einmal in ungezwungenem Rahmen zusammen sein, Gelegenheit haben für Begegnungen, Austausch, Kennenlernen und Wiedersehen mit TeilnehmerInnen von den Standorten und MitarbeiterInnen.

Das Ambiente des Innenhofes am Standort Kaisergasse in Linz war wie geschaffen dafür, unter den derzeit geltenden Rahmenbedingungen im Freien in größerem Rahmen zusammenzukommen. Ein fleißiges Team an HelferInnen und Helfern hatte ja – neben den eigentlichen beruflichen Aufgaben - bereits seit Monaten alles für den großen Tag geplant und vorbereitet und achtete auch während des Festes darauf, dass vom Check –in über die kulinarische Versorgung, bis zur Beschattung, den Sitzmöglichkeiten, der liebevollen Dekoration, der Präsentation der Standorte und deren Produkte, bis hin zur Tonanlage und musikalischen Untermalung alles perfekt war für das erste gemeinsame Feiern seit Langem. Strahlenden Sonnenschein gab es als Highlight noch oben drauf.

 

Eröffnet wurde das Begegnungsfest mit einer Einlage der Jodlergruppe von kunst&kultur, gefolgt von den Begrüßungsworten des Vorstandsvorsitzenden Kurosch Yazdi und der Regionalleiterin Raphaela Just. Damit war es aber schon genug der offiziellen Programmpunkte, denn das Motto dieses Festes lautete schließlich: „Wir wollen die Standorte und das Leben feiern“. Dazu gehörte selbstverständlich ausreichend Zeit für Begegnungen und auch das eine oder andere Wiedersehen.

Besonders erfreulich war auch, dass sich einige PolitikerInnen - trotz Wahlkampf- ebenfalls die Zeit nahmen, um in der Kaisergasse vorbeizuschauen. Darunter Landesrätin Birgit Gerstorfer, der Bürgermeister der Stadt Linz Klaus Luger, die stellvertretende Bürgermeisterin Karin Hörzing, die Landtagsabgeordneten Ulrike Wall und Ulrike Schwarz, sowie Renate Hackl von der Sozialabteilung des Landes OÖ.

Weitere Gäste waren die Präsidentin von pro mente OÖ Monika Czamler, die beiden Geschäftsführer Gernot Koren und Gerald Zeininger und die beiden langjährigen ehemaligen GeschäftsführerInnen Christian Rachbauer und Rita Donabauer.

 

Es gilt, ein herzliches Dankeschön zu sagen allen Anwesenden und HelferInnen, sowie folgenden Firmen, die die Ausrichtung dieses Festes ermöglicht haben:

30.August 2021

So bunt ist es in der Kreativwerkstatt und Keramik von pro mente OÖ

Heute war ich mit unserer Ferialpraktikantin Lia in einer unserer Einrichtungen für Fähigkeitsorientierte Aktivität.
Ich wollte ihr einen kleinen Einblick in diesen Bereich verschaffen und so verschlug es uns in die Keramik und Kreativwerkstatt in Linz.
Wir wurden sehr freundlich von den MitarbeiterInnen empfangen und bekamen gleich einmal eine Führung durch die Räumlichkeiten. Überall stapeln sich die Kunstwerke der TeilnehmerInnen, auch der Garten ist liebevoll gestaltet.
Markus, der selber schon seit 25 Jahren aktiv in der Werkstatt arbeitet, stellte sich zur Verfügung und erzählte uns von seinen Erfahrungen und Eindrücken. Vorab ein paar Informationen zu ihm selbst: Er hat maturiert und ein Studium in Linz für Betriebswirtschaft und JUS begonnen. Dieses musste er dann leider gesundheitsbedingt abbrechen und begann zu arbeiten. Wegen seiner Krankheit musste er ein paarmal stationär ins Krankenhaus und konnte seiner Tätigkeit am 1.Arbeitsmarkt nicht mehr nachgehen. Über eine Bekannte seiner Mutter, dessen Sohn bei pro mente OÖ arbeitet, wurde er dann auf die Keramik- und Kreativwerkstatt aufmerksam.
Sein Beschäftigungsausmaß umfasst insgesamt 31 Stunden in der Woche. Als Arbeitsbezeichnung benutzt er gerne den Ausdruck "Mädchen für alles". Er hilft überall aus, wo er gebraucht wird. Er ist unter anderem für die Datenverwaltung im Büro, Botengänge und Einkäufe für die Küche und die Werkstatt sowie für das Bemalen der Keramikfiguren zuständig. Zusätzlich zu dieser Tätigkeit ist er auch Interessensvertreter, wo er bereits zum 3.Mal wiedergewählt wurde.
Besonders schön findet Markus die Zusammenarbeit zwischen den MitarbeiterInnen und den TeilnehmerInnen. Sie singen Volkslieder, pflegen den Garten und machen jede Woche einen gemeinsamen Ausflug. Einmal im Jahr findet auch ein Grillfest bei ihnen im Garten statt, auf welches sich alle immer sehr freuen. Außer an ihrem Standort verkaufen sie ihre handgemachten Werke auch jährlich auf den Oster- und Weihnachtsmärkten in der Umgebung.

 

Markus kommt sehr gerne in die Werkstatt, es ist ihm wichtig, einen strukturierten Tagesablauf und zeitgleich keinen zu großen Arbeitsdruck zu haben, welches beides hier in der Einrichtung möglich ist. Uns hat der Besuch sehr gut gefallen und wir können es jedem wärmstens empfehlen, einmal im Verkaufsbereich vorbei zu schauen.

 

 

Zum Abschluss noch ein ganz heißer Tipp für alle, die gerne schon früh auf die Weihnachtsfeiertage vorbereitet sind, ab September beginnt der Lagerverkauf in der Fabrikstraße. Ein Besuch lohnt sich ganz sicher!

 


pro mente OÖ Keramik 
Fabrikstraße 2a
4020 Linz
Telefon: 0732 / 78 47 25
ts.keramik@promenteooe.at

 


Erreichbarkeit:
Mo - Do: 8.00 - 16.00 Uhr
Fr: 8.00 - 12.00 Uhr

 

13. August 2021

Auf dem Integrationshof ein neues Leben beginnen

Diesesmal durfte ich mir gemeinsam mit einer Kollegin einen Eindruck von einer Einrichtung machen, nämlich vom Integrationshof Liebenau, in Schöneben im Mühlviertel.
Dort angekommen wurden wir gleich sehr freundlich von der neuen Leiterin Katharina Atteneder und ein paar der BewohnerInnen begrüßt.
Neben dem Wohnplatz gibt es auch mehrere Möglichkeiten zur Arbeitstherapie. Die BewohnerInnen können sich zwischen dem Küchen- und Wäscheservice, der Mithilfe in der Holzwerkstatt oder im Stall entscheiden.
Auf dem Hof werden zehn Hühner, zwei Esel, fünf Kühe und eine Katze gehalten. Gemeinsam mit dem Trainer kümmern sich die BewohnerInnen um die Tiere. Neben den Tätigkeiten wie die Ställe auszumisten, die Tiere zu füttern und sie zu reinigen gibt es wöchentlich auch ein- bis zweimal einen gemeinsamen Spaziergang mit den beiden Eseldamen. Diese Gelegenheit konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind kurzerhand gleich mit.
Nach dem Spaziergang kamen wir dann mit ein paar der BewohnerInnen ins Gespräch und konnten so ein paar persönliche Eindrücke sammeln wie es Ihnen im Leben vorher erging und wie sie der Integrationshof unterstützt. Es ist schön zu sehen, wie harmonisch hier alle miteinander umgehen und es freut uns, dass wir das so miterleben durften.
Unser Eindruck? Der Hof ist zwar nicht sonderlich groß, aber es herrscht eine angenehme Atmosphäre zwischen den BewohnerInnen und den MitarbeiterInnen. Auch die Lage ist bestens gewählt, hier ist man umgeben von der Natur, was einem eine unheimliche innere Ruhe verschafft.

 

Nähere Infos über den Integrationshof findest du unter https://www.sucht-promenteooe.at/angebote/integrationsh%C3%B6fe/integrationshof-liebenau/

2. August 2021

Freizeitclub: Bindeglied zwischen Therapie und Alltag

Vor kurzem besuchte ich den Freizeitclub von pro mente OÖ in Vöcklabruck. Das ist ein niederschwelliges Angebot, man muss sich dort nicht für einen Besuch anmelden. Jede/r kann hinkommen und alles ist dort sehr zwanglos.

Ich habe bei meinem Besuch viel mit KlientInnen gequatscht, aber auch mit der Mitarbeiterin Diana (oben rechts im Bild, links steht übrigens die Kollegin Eva). „Nach 20 Jahren Arbeit macht mir hier die Arbeit noch genauso viel Spaß, wie am Anfang“, sagt sie und strahlt dabei. „Auch wenn es durch Corona nicht immer leicht war und die Arbeit eine Gradwanderung war zwischen wichtigen Vorschriften und Menschlichkeit – ich denke, wir haben es gut gemeistert.“

 

Auch Herr K., ein Klient der regelmäßig den Freizeitclub besucht, freut sich immer auf die Begegnungen mit anderen Menschen: „Ich fühle mich hier sehr wohl und ein Besuch hier ist etwas, auf das ich mich immer freuen kann, weil ich mich willkommen fühle. Hier kann man alles, muss aber nichts. Gerade wenn ich in Therapie war, ist es für mich wichtig, danach nicht gleich alleine zu sein. Ich nutze die Besuche hier, um vieles zu verarbeiten.“ Auch wenn er es während der Corona-Pandemie viel tun musste – telefonieren mag Herr K. nicht so gern, ihm sind vor allem die persönlichen Kontakte wichtig.

„Man kann hier jeden Tag was Neues lernen, auch als Mitarbeiterin“, sagt Diana. „Während Corona war leider das gemeinsame Kochen nicht möglich. Jetzt geht es schon langsam wieder. Ich denke, das Kochen hat eine sehr wichtige soziale Komponente. Gerade heute hat mich eine Dame mit türkischen Wurzeln angerufen. Sie würde sehr gerne mit uns kochen und auch einmal den anderen KlientInnen zeigen, wie türkische Küche schmeckt. Ich denke, niederschwellige psychosoziale Angebote tragen auch einen wichtigen Aspekt in Sachen Migration und Integration bei.“

 

Nachdem ich noch Stickereien und neu reparierte und gestaltete Fahrräder im Freizeitclub bewundern durfte, machte ich mich wieder auf den Heimweg. Aber ich freue mich jetzt schon wieder auf ein Wiedersehen.

19. Juli 2021

Gärtnerei mit sozialem Mehrwert

Kennt ihr eigentlich schon das ATZ Zweigstelle Schwaigau in Asten? Das Arbeitstrainingzentrum hilft seit 1985 Menschen in oder nach psychischen Krisen wieder ins Berufsleben zurückzukehren.

Als ich nach dem Lockdown die Schwaigau besucht hatte, sprach ich dort mit drei KlientInnen über ihre Situation.

Herr B. arbeitet seit dem März dort und hat sich in der kurzen Zeit bereits zum Kräuterexperten entwickelt. Er hat vor längerer Zeit in Salzburg studiert und konnte seinen Beruf aufgrund des großen Leistungsdrucks nicht mehr ausüben. Die Schwaigau war für ihn auch ein wichtiger Weg aus der sozialen Isolation und das Arbeitsklima dort findet er super. „Die Stimmung in der Corona-Zeit war leider sehr angespannt, da war ich froh, dass mir die Arbeit einen Halt gegeben hat. Ich habe mir bereits meinen eigenen ‚Minikundenstamm‘ aufgebaut und es macht mir Spaß, die vielen Leute zu beobachten“, sagt Herr B. Auch wenn er gerne in der Schwaigau ist, sieht er die Stelle nur als Übergang. Sein Traumjob wäre noch immer als freier Journalist zu arbeiten.

Frau G. ist circa ein Monat länger in der Schwaigau. Sie war viele Jahre Chefsekretärin in verschiedenen Firmen. „Aber eines Tages konnte ich einfach nicht mehr. Ich war total ausgebrannt und konnte nicht mehr von der Couch aufstehen“, erzählt Frau G. Sie war lange Zeit im Krankenstand, absolvierte AMS-Kurse, aber der Leistungsdruck von früher hat sie kaputt gemacht. Diese Situation beschrieb sie als sehr demoralisierend.
„Der Bürojob geht mir nicht ab, ich arbeite hier im Verkauf und es macht mir Spaß, da ich schon seit vielen Jahren eine Hobbygärtnerin bin“, erzählt sie. Frau G. hilft gerne Menschen mit Rat und Tat weiter und die Arbeit ist sehr gut für ihren Selbstwert. Wie es aber nach der Zeit im ATZ weitergehen soll, weiß sie noch nicht.

Frau D. war schon einmal vor acht Jahren in der Schwaigau angestellt. Sie hat eine schwierige Scheidung hinter sich und musste drei Kinder alleine aufziehen. Seit Oktober ist sie jetzt wieder hier, steht aber schon kurz vor der Pension. Auch für sie ist die Arbeit sehr gut für den Selbstwert und sie liebt Blumen über alles. Sie schätzt den liebevollen Umgang im ATZ und freut sich, dass sie jeden Tag etwas Neues lernen darf. „Das hält mich fit. Genauso mein ganz frisches ‘Oma-Dasein‘“, freut sich Frau D. Was ihr in der Schwaigau besonders gut gefällt? Das gute Mittagessen – hier wird nämlich jeden Tag frisch für die MitarbeiterInnen gekocht ... hm, das nächste Mal sollte ich vielleicht schon zur Mittagszeit auf Besuch kommen ;).

30. Juni 2021

Neue Botschafterin für Lebensfreude im ATZ Logistik in Linz

Tale heißt eigentlich Atdhetare Sherifi, aber alle nennen sie Tale.

Also haben auch wir uns im Rahmen des Interviews darauf geeinigt ;-)

 

Tale ist seit gut zwei Jahren als Sozialarbeiterin im Arbeitstrainingszentrum Logistik beschäftigt. Nachdem sie zuvor schon in der Beratung gearbeitet hat, war es ihr ein großes Anliegen, in ein Arbeitstrainingszentrum bei pro mente OÖ zu wechseln. In diesem Umfeld sei es nämlich möglich, Menschen besser kennenzulernen und längerfristig begleiten zu können, erzählt mir Tale. Und jede/r hat schließlich sein Packerl zu tragen, jede/r eine ganz individuelle Geschichte. Darauf müsse man sich und darauf möchte sie sich einstellen. Und das sei in diesem Arbeitskontext, also in einem Arbeitstraining, einfacher umzusetzen.

 

Als Vermittlerin zwischen fachlicher Arbeit und den TeilnehmerInnen, so sieht Tale ihre Aufgabe, ein wichtiges Bindeglied, Sprachrohr, Übersetzerin.

Menschen faszinieren Tale grundsätzlich und das spürt man, indem wie sie ihnen begegnet. Es ist ihr nicht nur beruflich auch privat wichtig, stabile und hochwertige Beziehungen zu haben. Das schätzen die KlientInnen, denen sie die volle Aufmerksamkeit entgegenbringt. Mit dem Wissen und dem Verständnis dafür, dass jede/r schnell selbst in so eine Situation kommen kann, in der er oder sie psychisch aus der Bahn geworfen wird, hat sie die besten Voraussetzungen für ihren Beruf. Menschen öffnen sich ihr gegenüber gerne, sie erzählen Dinge, die sie sonst niemandem erzählen.

Das gibt ihnen Kraft.
Manche Menschen, erzählt mir Tale waren, bevor sie ins Arbeitstraining gekommen sind, viele Jahre nur zuhause. Sie haben Scheu und es kostet sie eine Menge Überwindung, sich hier wieder auf Begegnungen und soziale Kontakte einzulassen. Durch die vergleichsweise enge und langfristige Betreuung einer Person ist es aber sehr schön zu sehen, wie sich jemand entwickelt. Die Begleitung beginnend beim Bewerbungsprozess und der Kontakt manchmal auch über die Zeit im Arbeitstrainingszentrum hinaus, wenn jemand wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt Fuß gefasst hat, das bestätigt Tale in ihrem Tun.
Tale geht auch gerne mal aus dem Büro in die Logistik, um dort mitzuhelfen. Denn während der Arbeit ergeben sich oftmals sehr wichtige und persönliche Gespräche – ganz spontan, ohne eigens angesetzten Termin.

 

Und was hat Tale nun mit Lebensfreude zu tun?

Tale IST Lebensfreude und sie VERMITTELT Lebensfreude.

Aus diesem Grund wurde ihr kürzlich offiziell die Auszeichnung zur Botschafterin für Lebensfreude bei pro mente OÖ überreicht. - Es freut mich, dich in meinem „Team“ zu haben, Tale!

 

Und  hier schließt sich auch der Kreis.

Lebensfreude.

Achtsamkeit.

Zu diesen Themen, die Tale ein persönliches Anliegen und wichtiger Teil ihrer Lebenseinstellung sind, hält sie auch Arbeitsrunden mit KlientInnen ab. Nachdenken, wofür man so dankbar ist im Leben, die Energie fokussieren auf Bereiche, die man selbst beeinflussen kann. Im Einklang sein, das bedeutet Lebensfreude unter anderem für sie.
Heute sei man viel zu sehr abgelenkt von Zielen, denen man hinterherrennt, wodurch sich vieles andere verliert und auf der Strecke bleibt. Die Kleinigkeiten im Alltag seien es schließlich, die genügen, um Lebensfreude zu spüren, nicht das große Unerreichbare irgendwann, irgendwo, vielleicht oder vielleicht auch nicht.
Gesunde Lebensführung ist auch eines von Tales persönlichen Interessen. Daher ist es selbstredend, dass die Morgenaktivierung, die Montag – Donnerstag jeweils 15 min lang abgehalten wird, von ihr gemacht wird. Ein wenig Stretching hier, ein paar Kniebeugen dort, Knochen spüren und Muskeln aktivieren, die schon längst in Vergessenheit geraten sind. Aber alles  ganz easy going.
Privat geht Tale es da schon etwas sportlicher an. Aber auch hier gilt es, den Fokus auf sich selbst nicht zu verlieren. Mit ihrem Ansatz, sich durch Training mit dem eigenen Körpergewicht fit zu halten, hat sie bereits vor vielen Jahren eine eigene Community aufgebaut. Auf Instagram zeigte sie der Welt, dass es keine Fitnessgeräte braucht, um sportlich aktiv zu sein. Es reicht schon die Besinnung auf das, was man hat.

Ja, so einfach geht Lebensfreude ;-)

 

21. Juni 2021

Zu Besuch in der Holzwerkstatt

Wow, das war ja ein Erlebnis!

Kennt ihr schon die ATZ Holzwerkstatt von pro mente OÖ in Linz?

Das ist eine professionelle Tischlerei, in der 11 KlientInnen arbeiten (5 Plätze sind hier übrigens noch frei). Die KlientInnen und 10 MitarbeiterInnen von pro mente OÖ arbeiten dort im Jahr an rund 110 größeren Aufträgen und zahlreichen kleineren Holzarbeiten. Möbel, Küchen, Regale, Tische, Stühle – das Sortiment in der Holzwerkstatt ist wirklich groß und ein Besuch dort lohnt sich.

Ich habe dort auch Herrn S. getroffen, der seit rund einem Jahr in der Holzwerkstatt arbeitet. Er hat mir erzählt, dass er seit 2017 immer wieder Schwierigkeiten im Leben hatte und nur selten gesellschaftlichen Anschluss fand, was ich besonders schade finde, weil er wirklich nett ist.

Seine Eltern ließen sich scheiden als er klein war, vor einigen Jahren hatte er einen Suizidversuch unternommen. Nach einigen Wochen Aufenthalt in der Psychiatrie kam er zu pro mente OÖ. Er sagt, dass er zwar noch immer sehr impulsiv ist und immer wieder Probleme mit Menschen hat – ihm wurde eine Borderline-Diagnose gestellt – aber seit der Arbeit in der Holzwerkstatt geht es ihm viel besser. Dort hat er sehr nette Bezugspersonen, die ihm beruflich aber auch privat mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Sein Leben hat sich in den letzten Monaten verbessert. Sein größter Wunsch wäre es, wenn die Menschen wieder respektvoller miteinander umgehen würden.

Ich denke, das ist wirklich ein unterstützungswürdiges Anliegen, oder was meint ihr?

 

Ich habe euch auch noch ein paar Bilder dagelassen, damit ihr einen Eindruck von der ATZ Holzwerkstatt bekommt.

Weitere Infos und die Kontakdaten findet ihr unter https://www.atzooe.at/holzwerkstatt/

 

25. Mai 2021

Wo Blumen blühen, lächelt die Welt

Als ich Anna am Telefon nach einem Besuchstermin im blütenblatt fragte, sagte sie spontan: „Aber wir sind grad beim Umdekorieren."
Sie meinte damit, dass es eventuell etwas unaufgeräumt aussieht, was mir aber keinesfalls so vorkam.
Von weitem sah ich schon das Geschäftslokal an der Ecke Herrengasse/Adlerstraße im Traunpark in Wels, Blumen vor dem Eingang, eine liebevoll dekorierte Auslagenfront. Eine Augenweide für alle PassantInnen und auch für mich.
Anna Pichler ist noch jung im Team und beim blütenblatt eingestiegen, als das ehemalige Blumenkörberl mit neuem Namen an diese Adresse übersiedelte. Das war Anfang 2020.
Auf den Bildern von der Eröffnung, durch die Anna und ich uns am Computer klickten, sah alles noch recht leer aus. Die Blumen, Sträuße und Gestecke hübsch arrangiert, aber doch fehlte damals etwas Wichtiges.

Daher entschied ich mich, selbst ein paar Fotos zu machen – trotz vorangegangenem Muttertag – denn jetzt ist das zweigeschossige Ladenlokal aus meiner Sicht perfekt gestylt. Es lädt zum Verweilen ein, strahlt eine Atmosphäre aus, in der man sich als BesucherIn einfach wohlfühlt. Mein Lieblingsplatz wäre ja die Sitzecke im Obergeschoss ;-)

Es sind immer sechs – acht TeilnehmerInnen, die in diesem Arbeitstrainingszentrum von pro mente OÖ eine Vorbereitung auf einen Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt hinarbeiten. Manche lernen hier die Floristik aus einem ganz neuen Blickwinkel kennen und schlagen sogar diesen Ausbildungsweg ein.
Wöchentlich wird im Team zwischen den Aufgabenbereichen gewechselt. So kann jede/r möglichst viel ausprobieren, Topfpflanzen kennenlernen, sich um den Außenbereich vor dem Geschäft kümmern, die Schnittblumen betreuen, bunte Sträuße oder Gestecke herstellen.

 

Anna war vor ihrer Zeit bei pro mente OÖ selbständige Floristin. Das merkt man. Ich konnte ihre Begeisterung für diesen Beruf spüren, während wir gemeinsam durch die Räumlichkeiten spazierten und sie mir erzählte, wie alles begann und wie das blütenblatt zu dem wurde, was es jetzt ist.
Es ist wunderschön, was du hier gemeinsam mit deinem Team machst, Anna. Auch das ergänzende Sortiment an Duftkissen, Postkarten, Dekomaterial und dem einen oder anderen außergewöhnlichen Möbelstück bildet insgesamt eine runde Sache und eine Wohlfühlatmosphäre, die jede/r auf sich wirken lassen  sollte, wenn er/sie mal in Wels ist.

Nähere Infos und Öffnungszeiten: https://www.atzooe.at/blumen/